Butter#

Butter

Der römische Gelehrte Plinius (23-79) vermerkte den Gebrauch von Butter (butyrum) als Besonderheit der Germanen. Schon damals war sie ein Nahrungsmittel der Reicheren. Bis in das 19. Jahrhundert war die Butterherstellung eine mühsame Arbeit. Man füllte Milch in breite Schüsseln, schöpfte den Rahm ab und stampfte diesen so lange in einem Fass, bis sich das Fett von der Flüssigkeit trennte. Erst die Erfindung der Zentrifuge (1877) verringerte den Aufwand. Zur Verzierung bei besonderen Anlässen, wie Hochzeiten, dienten Buttermodel und -stempel. Meist wurde jedoch das besser haltbare Butterschmalz verwendet. Es entsteht durch Ausschmelzen der Butter, wodurch das darin enthaltene Wasser verdampft. 

Bei der Versorgung der Städter kam es immer wieder zu Engpässen, teils durch Mangel an Ware, teils durch Spekulationskäufe. 1741 wurde bei der Regierung angezeigt, dass zu einer Zeit der „Beklemmigkeit des Schmalzes und Butters“ diese heimlich durch bestochene Marktrichter, Aufseher und Schmalzträger verkauft würden. Den Schuldigen drohten Dienstentzug und Prügelstrafen. 

1866 erfand ein französischer Lebensmittelchemiker im Auftrag Kaiser Napoleon III. (1808-1873) Butter-Ersatz aus Rindertalg und Magermilch. 1870 erwarb ein holländischer Butterhändler die Patentrechte. Um 1900 brachten findige Landfragner Margarine von ihren Wiener Marktfahrten mit. Diese wurde in den Dörfern in Butterstriezel gemischt, die man in der Stadt als "echte Landbutter" auf den Markt brachte. In Deutschland wurden 1924 verschiedene Margarinesorten unter dem Namen Ra(h)ma zusammengefasst und als Marke das „Ramamädchen“ eingeführt. Die als Qualitätsausweis gewählte Trachtenfrau war eine Vierländerin aus der Nähe von Hamburg mit dem charakteristischen großen Strohhut.


Quellen: 
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 119 f.
Alexander Gigl: Geschichte der Wiener Marktordnungen. Wien 1865. S. 98, 46, 120
Molkerei Freistadt

Bild: Geschnitzter Buttermodel und Rollmodel. Foto: Alfred Wolf