Dalken#

Im Großen Sacher Kochbuch nennt Franz Maier-Bruck unter dem Stichwort "Dalken" eine Reihe böhmischer (Mehl-)speisen, die als Spezialitäten der Wiener Küche gelten. Eine den Dalken ähnliche Speise aus Mehl, Germ, Ei, Butter, Milch und Zucker findet sich im 14. Jahrhundert im "Buch von guter Speise" als "pahamisch Arbeiß" (böhmische Erbsen). 
  • Buchteln (tsch. buchticky), die Mehlspeise aus Germteig, heißt in Oberösterreich "Rohrnudeln". Die zarten Dukatenbuchteln finden sich im Kochbuch als "Dukatennudeln". Im biedermeierlichen Wien fanden die vom Wirt beim Agnesbrünnl angebotenen "Ternobuchteln" reißenden Absatz. Sie enthielten statt der sonst üblichen Fruchtfülle Zettel mit Lotterienummern. 
  • Böhmische Dalken oder Liwanzen (tsch. livanec, Mz. livance) aus Germteig werden in einer eigenen Pfanne gebacken und mit Powidl (eingekochte Zwetschken) bestrichen. 
  • Golatschen (tsch. golatsch - Kuchen) aus Germteig geformte Kugeln werden mit Topfen, Mohn oder Powidl gefüllt. 
  • Haluschka (tsch. haluska) nennen sich Nudeln mit Topfen und Speck. 
  • Pogatscherln (slowen., kroat. pogaca). Nach einem Hobbyrezept braucht man dazu Germ, Zucker, Mehl, Grammeln, Grammelschmalz, Rahm, Eier und Milch. 
  • Schkubanken (tsch. skubansky) sind Nockerl aus Kartoffeln, Mehl und Butter, die man mit zerlassener Butter übergießt und mit Mohn bestreut. 

Anders als diese Köstlichkeiten hatte das Wort "dalkert" in Wien keinen guten Klang. "Dalkndübl" war das Scheltwort für einen dummen Menschen. Das Zwetschkenkoch Powidl fand sich in Redenarten wie "ihm ist alles powidl" (gleichgültig) oder als Umschreibung für einen schweren Rausch.


Quellen:
Franz Maier-Bruck: Das Große Sacher Kochbuch. München 1975. S. 518 f., 529
Mauriz Schuster, Hans Schikola: Das alte Wienerisch. Wien 1996. S. 32,126