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Devotionalien#

Devotionalien

Devotionalien (lat. devotio - Verehrung) sind Gegenstände persönlicher Andacht wie Kleine Andachtsbilder, Gebetszettel, Reliquien, Agnus Dei, Rosenkränze, Wunderbare Medaillen etc. 

Häufig handelt es sich um religiöse Souvenirs, die man am Gnadenort kauft und von einem Priester weihen lässt. Bei den Devotionalständen der Wallfahrtsorte konnte man früher auch kirchlich nicht approbierte Segen, Heiligenbilder mit Lottozahlen und Zauberbüchlein (6. und 7. Buch Mosis) erhalten.

Zu den Josephinischen Reformen zählte 1784 die Reduktion der Andachtsgegenstände in den Gotteshäusern. Aus der Aufzählung im Curiositäten- und Memorabilien-Lexikon kann man auf die frommen Bräuche der Barockzeit schließen. Demnach war es nicht mehr gestattet, "den Statuen und Bildern des Heilandes, Mariens und der Heiligen in den Kirchen, Kleider, Hemde, Strümpfe und Schuhe anzulegen, Perücken aufzusetzen, goldene, silberne und andere Herzen, Füße, Ringe u. dgl. anzuhängen oder daran anderes Putzwerk anzubringen … Endlich seien auch die vielen Opfer, Votivtafeln, hölzerne, meistens mit allerlei Ekel erregenden Wunden bemalte Füße, Hände, Krücken, Panzer, Ketten u.s.w., wodurch die Gotteshäuser mehr verunstaltet als geziert werden, hinwegzuschaffen."


Quellen: 
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 135.
Gerhard Robert Coeckhelberge zu Dützele ("Realis") Curiositäten- und Memorabilien-Lexicon von Wien. Wien 1846. I/102

Bild: Devotionalien, 19. und 20. Jahrhundert, Foto: Helga Maria Wolf