Eier#

Gefärbte Ostereier. Foto: Doris Wolf, 2015
Gefärbte Ostereier. Foto: Doris Wolf, 2015

Die Verfügbarkeit von Eiern ist von der Geflügelzucht abhängig. Im Mittelalter war diese keine Sache der Bauern, sondern der adeligen Wirtschaftshöfe. Später galt es häufig als Privileg der alten Bäuerinnen, einige Hühner zu halten und sich mit dem Eierverkauf ein "Körberlgeld" zu verdienen. Im 18. Jahrhundert waren Hühnereier auf dem Wiener Markt ebenso erhältlich wie in den Gewölben der bürgerlichen Eierhändler. Diese Berufsgruppe fand sich 1569 als „Hünerayerer, Kässtöcher und Schmältzler“ verzeichnet. Der Brand'sche Kaufruf zeigt eine grauhaarige Frau als "Eyerweib". Sie prüft die Frische eines Eies, indem sie es gegen die Sonne hält. Ihr Verkaufsstand ist ein einfacher Schemel. Davor liegt die Ware in Körben, wobei der größere auf der Transportbutte steht.

Bis ins 15. und 16. Jahrhundert war der Genuss von Eiern in der Fastenzeit verboten. Eine um so größere Rolle spielten sie zu Ostern, als Naturalabgabe oder Geschenk. Wie Schinken, Brot und Salz brachte man Ostereier zur Speisenweihe in die Kirche.


Quellen: 
Alexander Gigl: Geschichte der Wiener Marktordnungen. Wien 1865. S 93
Reinhard Pohanka (Hg.): Um die Wurst. Vom Essen und Trinken im Mittelalter. Wien 2005. S. 52
Ludwig Andreas Veit: Volksfrommes Brauchtum und Kirche. Freiburg/Br. 1936. S. 124