Fünf #

Fuenf

Nach Pythagoras (570-510 v. Chr.) ist fünf die vollkommene Zahl des Mikrokosmos Mensch. Die Alchemisten suchten mit der "Quintessenz" das zu den vier Elementen hinzukommende fünfte Element, den lebenserzeugenden und bewahrenden "Spiritus".

In der jüdisch-christlichen Tradition bilden die fünf Bücher Mose eine Einheit, die die Juden Thora nennen. Sie sind nach ihren Anfangsworten benannt. In den Synagogen sind die fünf Buchrollen in einem Behälter verwahrt und werden am Sabbat und zu Festen bei den Gottesdiensten fortlaufend gelesen. In christlichen Bibelausgaben steht der Pentateuch am Beginn des Alten Testaments. Die große, aus mehreren literarischen Schichten bestehende Sammlung von Überlieferungen reicht bis in die Zeit des Mose (13. Jahrhundert v. Chr.) zurück, verschiedene Schriften entstanden um 900 v. Chr., 720 v. Chr. und 550 v. Chr. 

1. Bereschit - Genesis 
2. Schemot - Exodus 
3. Wajikra - Leviticus 
4. Bemidbar - Numeri 
5. Devarim - Deutoronomium 

Die fünf Gebote der Kirche hat erstmals Petrus Canisius 1555 in seinem Katechismus formuliert. Anders als bei den Zehn Geboten Gottes handelt es sich dabei um eine katechetische Aufbereitung, abhängig vom jeweiligen geschichtlich-gesellschaftlichen Selbstverständnis der katholischen Kirche. Daher können sie aufgehoben oder verändert werden. So ist zum Beispiel folgendes, noch 1929 aktuelle Gebot nicht mehr im 1992 erschienenen "Weltkatechismus" enthalten: "Du sollst zu den verbotenen Zeiten keine Hochzeit halten". Gemeint waren die geschlossenen Zeiten vom ersten Adventsonntag bis Erscheinung des Herrn und vom Aschermittwoch bis zur Osteroktav. 

1. Heiligung der Feiertage 
2. Mitfeier der Eucharistie an Sonn- und gebotenen Feiertagen 
3. Eucharistische Kommunion in der Osterzeit und in Todesgefahr 
4. Jährliche Beichte, falls eine schwere Sünde vorliegt 
5. Abstinenz und Fasten an bestimmten Tagen. 

Eine Andacht zu den "fünf Wunden Christi" (Seitenwunde, Wunden durch Kreuzigungsnägel an Händen und Füßen) findet sich erstmals bei den iro-schottischen Mönchen im 9. Jahrhundert. Weitere Bedeutung erhielt sie durch den Mystiker Bernhard von Clairvaux (1090-1153) und die Stigmatisation des Franziskus von Assisi (1182-1226). Solche Andachten waren bis ins 16. Jahrhundert weit verbreitet.

Das Pentagramm (griechisch pentágrammos - mit fünf Linien) ist ein fünfzackiger Stern, der sich ergibt, wenn die Diagonalen eines regelmäßigen Fünfecks nachgezogen werden. Man kann den Fünfstern in einem Zug zeichnen, wobei zwei Spitzen nach unten und eine nach oben weisen sollen. In einem Pentagramm lässt sich zu jeder Strecke ein Partner finden, der mit ihr im Verhältnis des Goldenen Schnitts steht, d.h. dass sich die größere zur kleineren Strecke verhält wie die Summe aus beiden zur größeren. Der Fünfstern taucht um 3000 v. Chr. in Mesopotamien auf. Im antiken Griechenland war er das Symbol der Göttin und des Planeten Venus. Den Pythagoräern und hellenistischen Herrschern galt es als Heilszeichen, dem byzantinischen Heer diente es als Feldzeichen. Als Symbol Christi (5 Wunden) wurde es zum Heils- und Zauberzeichen.

Beim Drudenfuß weist die eine Spitze nach unten. Dadurch verwandelt sich das Schutzzeichen in sein Gegenteil. Der Name kommt von nächtlichen Geistern mit Vogelfüßen (Drud), die ihre so geformte Spur hinterlassen.


Quellen: 
Udo Becker: Lexikon der Symbole. Freiburg/Br. 1992. S. 97
Otto Betz: Das Geheimnis der Zahlen. Stuttgart 1989. S. 79 f.
Die Bibel, Einheitsübersetzung. Freiburg/Br. 1980.
Großer Katechismus der katholischen Religion, Wien 1894/1929. S 117 f.
Katechismus der katholischen Kirche. München 1992. S. 526
Lexikon der christlichen Ikonographie. Freiburg/Br. 1990. Bd. 3/Sp. 391, Bd. 4/Sp. 540 f.
Herbert Vorgrimler: Neues Theologisches Wörterbuch. Freiburg/Br. 2000. S. 207
Wikipedia: Tora (Stand: 14.5.2009)
Wikipedia: Pentagramm (Stand: 7.7.2009)

Bild: Die fünf Wunden Christi. Kleines Andachtsbild, 19. Jahrhundert. Gemeinfrei