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Fürziehen#

Das Sperren des Weges für einen Hochzeitszug ist häufig Brauch, wenn die Braut in eine andere Gemeinde übersiedelt. Der Weg wird mit einem Band oder einer Kette abgesperrt. Mancherorts ist es üblich, einen mit Girlanden gezierten Schwibbogen oder eine Ehrenpforte aus geschmückten Bäumen aufzustellen. Dort treten maskierte Gestalten (Maschkerer und falsche Bräute) auf, rügen und machen Anspielungen auf Beruf und Vorleben des Paares. Die Maut - sie gilt als Ablöse aus der bisherigen Gemeinschaft - nehmen nach der Begrüßung und dem Zutrunk Vertreter der Burschenschaft entgegen. Schon in alten Weistumsbüchern ist von der Maut als Recht der Dorfobrigkeit die Rede. Bei Wiener Neustadt wurden Krapfen und eine Kanne Wein gespendet und drei Salutschüsse abgegeben.
Quelle: Arthur Haberlandt: Taschenwörterbuch der Volkskunde Österreichs. Wien 1959. Bd. 2/S. 43