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Fasselrutschen #

Fasselrutschen ist eine beliebte Jahrmarktsattraktion beim Leopoldikirtag (um den 15. November) in Klosterneuburg. Im Augustinerchorherren-Stift wird das Fest des Landespatrons mit Hochamt und Wallfahrten begangen. Zu den weltlichen Attraktionen zählen ein Standelmarkt, Vergnügungspark und vorallem das Rutschen über das Tausendeimerfass, das sich seit 1834 im Binderstadel befindet. Es wurde 1704 von drei Wiener Bindermeistern hergestellt und fasst 56.000 Liter (1000 Eimer). 4,80 m lang und 3,84 m hoch liegt es auf sechs mit Reliefs geschmückten Sätteln. 1711 wurde es das erste Mal mit Wein gefüllt und 1809 (von französischen Truppen) das letzte Mal geleert. 

Zum Fasselrutschen besteigt man das Riesenfass über Holzstufen und verlässt es über eine Rutsche, wobei man sagt, dass ein dabei gedachter Wunsch in Erfüllung geht. Noch in den 1960er- Jahren konnte man kleine Fässchen kaufen, die Lotterienummern enthielten. Auch Postkarten mit Abbildung des Fasses und Glücksnummern waren erhältlich. Der seit 1813 nachweisbare Brauch - dessen Jubiläum 2013 begangen wurde - dürfte mit der Naturalabgabe des Weinzehents der Bauern an die stiftliche Grundherrschaft zu tun haben. Das Fasslrutschen im Binderstadl findet derzeit kostet für Erwachsene 2,50 Euro, Kinder 1,50 Euro. Die Einnahmen kommen den Concordia-Sozialprojekten von Pater Sporschill zu Gute. Im Jubiläumsjahr des Stiftes, 2014, pflegten 10.000 Besucher den Brauch.


Quelle: Helga Maria Wolf: Das neue BrauchBuch. Wien 2000. S. 268