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Getreide#

Getreide

Einige Getreidesorten bilden die Nahrungsgrundlage eines Großteils der Menschen. In Europa sind Weizen und Roggen Brotgetreide, Hafer, Hirse und Mais werden auch als Futtermittel verwendet. In Mittel- und Westeuropa züchtete man seit der sogenannten Neolithischen Revolution vor 7000 Jahren Getreide. 

  • Weizen (Triticum), die älteste Sorte, ist das Hauptgetreide in gemäßigten Zonen. Er hat die besten Backeigenschaften. Weizen hat meist kurze Grannen. 
  • Roggen (Secale), mit mittellangen Grannen, gedeiht auch in kalten Regionen auf leichten, sauren und sandigen Böden. Er dient als Brotgetreide und Viehfutter. 
  • Hafer (Avena), dessen Körner in Rispen nach unten hängen, war früher ein Grundnahrungsmittel. Er wird heute weltweit als Viehfutter verarbeitet. 
  • Mais (Zea mays), der aus Mexiko stammt, brachte der Entdecker Christoph Kolumbus (um 1450-1406)nach Spanien, wo 1525 der erste feldmäßige Anbau erfolgte. 
  • Gerste (Hordeum), folgt als weniger anspruchsvolle Pflanze im Fruchtwechsel dem Weizen. Sie wird als Viehfutter oder Braugerste (Sommergerste zur Malzherstellung) gebraucht. Gerste hat meist lange Grannen. 

Wintergetreide wird ab September gesät und dann – wie auch das Sommergetreide – ab Juli des nächsten Jahres geerntet. Durch die längere Vegetationszeit und die bessere Ausnutzung der Winterfeuchtigkeit und Frühlingswärme liegen die Erträge der Wintergetreidearten - Weizen, Roggen, Hafer, Gerste - weit über den Sommerformen, was zu ihrer überwiegenden Verbreitung führte. Sommergetreide - Hafer, Gerste, Mais - wird erst im März gesät. 

Getreide bildete die Lebensgrundlage der Bauern, Mißernten zogen Hungersnöte und Katastrophen nach sich. Dementsprechend suchte man den Ertrag nicht nur durch Erfahrung und kompetente Arbeit, sondern auch durch abergläubische Zusatzversicherungen zu gewährleisten. Ernteorakel wie der Luzienweizen sollten Schlüsse auf das Gedeihen der Feldfrüchte ermöglichen. Der bekannteste aktuelle Brauch ist das Erntedankfest.


Quellen: 
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 282 f.
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin 1927/1987. Bd. 3/Sp. 699 f.
Wikipedia: Getreide (29.3.2011)

Bild: Nach der Ernte. Postkarte 19. Jahrhundert. Gemeinfrei