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Gewürzsträußchen#

Ein typisches Salzburger "Volkskunst"-Souvenir ist das duftende Gewürzsträußchen aus Muskatnuss, Nelken, Wacholder, Ingwer, Pfeffer, Pignoli, Würfelzucker, Lorbeerblättern u.a. Die Zutaten werden gedrahtet, wie ein Biedermeiersträußchen gebunden und mit einer Manschette umgeben. Es soll im Biedermeier als Zierat und wie ein Riechfläschchen benutzt worden sein. Man verschenkte das Gewürzsträußchen zur Hochzeit, Taufe oder anderen Festen, und ein Ehrenplatz in der Vitrine oder unter einem Glassturz war ihm sicher. Nach dem Zweiten Weltkrieg belebte eine Lehrerin namens Senner den Brauch. Es heißt, dass sie unter den Trümmern der zerstörten Stadt ein vergilbtes Sträußchen fand und ins Heimatwerk brachte, wo man die Gewürzgebinde nach diesem Vorbild bald in großer Zahl wieder herstellte.


Quelle: Karl Zinnburg: Salzburger Volksbräuche. Salzburg 1972