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Glückssymbole#

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Silvestermarkt, Foto: Doris Wolf, 2000
Silvestermarkt, Foto: Doris Wolf, 2000

Das gute Omen des Anfangs ist der gemeinsame Nenner der noch heute üblichen Glückssymbole. Der Analogieschluss zum Glück, zu dem nach landläufiger Meinung Gesundheit, Liebe und Geld gehören, liegt nahe. Die bäuerliche Bevölkerung war in ihrem Überleben von der Natur abhängig, und diese sollte durch eine Reihe abergläubischer Zusatzversicherungen beeinflusst werden. Da die Fruchtbarkeit des Bodens, der Nutztiere und der Familie den Wohlstand begründete, sah man in Pflanzen und Tieren, die sich stark vermehren, Glücksbringer. 

Klee erschien wegen seines kräftigen Wuchses als Sinnbild der Vitalität. Das Ungewöhnliche (vierblättriger Klee) ließ ihn noch wertvoller erscheinen und nährte die Hoffnung, dass Seltenes andere Seltenheiten anziehe. Man muss den Vierklee auf ungewöhnliche Weise erworben - zufällig gefunden oder geschenkt bekommen - haben. Christlich interpretiert wollte man im Klee das Zeichen des Kreuzes sehen. Nach einer Legende habe Eva einen vierblättrigen aus dem Paradies mitgebracht. Sankt Patrick soll als Missionar um 433 den Iren das Wesen der Dreifaltigkeit anhand eines Kleeblattes erklärt haben, das deshalb zum Wahrzeichen des Landes wurde. Die Engländer meinten: "Ein Blatt für die Hoffnung, eines für den Glauben, eines für die Liebe - und Gott fügte noch eines für das Glück dazu." 

Auf den erhofften Reichtum spielt die große Zahl von Fischschuppen an. Biskuitfische sollen beim Schwanz angebissen werden, damit alles, was man unternimmt, gut voran geht. Es könnte sich auch um eine Unterscheidung zu jüdischen Neujahrsbräuchen handeln. Zu Rosch ha-Schana wird erst der Kopf eines Fisches gegessen, ein Sinnbild, dass man am Anfang und nicht am Ende eines Zeitabschnittes steht. Der Fisch ist eines der ältesten Christus-Symbole, mit dem die geheimen Versammlungsräume gekennzeichnet waren. Das griechische Wort "Ichthys" wurde in die Anfangsbuchstaben von Jesus, Christus, Gottes (Theoy) Sohn (Yios), Retter (Sotär) aufgelöst. Das einfache Zeichen bestand aus zwei sich überschneidenden Bogen.

  Das Hufeisen kann pars pro toto als Zeichen des Statussymbols Pferd dienen. Man soll es mit der Öffnung nach oben aufhängen, "damit das Glück nicht ausrinnt". 

Wer zu Neujahr Schwein (auf dem Tisch) hat, wird nicht hungern. Außerdem sprach man dem Tier, das den Boden aufwühlt, die Fähigkeit zu, geheime Schätze aufzufinden. 

Der Rauchfangkehrer konnte durch sorgfältige Arbeit tatsächlich Häuser vor Bränden bewahren. Er galt nicht nur zu Neujahr als Glücksbringer, sondern bei jeder Begegnung. Traf man einen, sollte man schweigend an einen Knopf greifen. Als besonders glückbringend galt es, auf der Straße zuerst drei Rauchfangkehrer und dann sieben Schimmel zu sehen.

Zum Jahreswechsel 2013/2014 war das Schwein "der absolute Glücksbringer-Renner", aus Marzipan, Glas oder Plastik, als Kopfbedeckung, tanzende oder singende Figuren. Eine Standlerin beobachtete im letzten Jahrzehnt Moden und Veränderungen: "Ältere mögen Klassiker wie Schweine, Rauchfangkehrer oder Klee, Junge greifen immer öfter zu Buddhas, Elefanten oder Fröschen".

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Fotos: Doris Wolf 2012/13
Quellen: 
Helga Maria Wolf: Das neue BrauchBuch. Wien 2000. S. 60
Tageszeitung "Heute" vom 30.12.2013
Glücksbringer