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Greißler#

Greisslerei

Die Wiener Bezeichnung Greißler für „Viktualienhändler mit Gewölbe“ soll sich von der Ware Grieß ableiten. Nach einer anderen Erklärung handelten die Greißler ursprünglich mit Salz, das mit Schiffen auf dem Salzgries ankam. Gries bedeutete in diesem Fall den Sand am Donauufer. 

Im aus dem Mittelalter stammenden Zunftsystem waren die Handelsgewerbe stark zersplittert. 1792 wurde in den Wiener Vorstädten die Gliederung in „Klassenhandlungen“ aufgegeben und Gemischtwarenhandlungen eingerichtet. Die bürgerlichen Gemischtwarenhändler sollten dann überall möglichst die gleichen Waren anbieten, und die Spezialisierung nur in der Stadt, wo es viele Geschäfte gab, erhalten bleiben.


Quellen: 
Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien. Wien 1992-1997. Bd. 2/S. 596
Silvia Müller: Die Märkte … (Diplomarbeit) Wien 1987. S. 129

Bild: Greißlerei im Dorfmuseum Mönchhof (Burgenland). Foto: Helga Maria Wolf, 2009