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Hausforschung #

--> Essay Haus und Hof

Bauernhaus

Den Anfang wissenschaftlicher Hausforschung machte 1897 Anton Dachler mit seinem Werk "Das Bauernhaus in Niederösterreich und sein Ursprung". Seit den 1930er-Jahren befasste sich der Architekt HS.-Prof. Dr. techn. Dipl. Ing. Adalbert Klaar(1900-1981) mit haus- und siedlungstechnischen Fragen. Schon die ersten Bauernhausforscher hatten Hausformenkarten nach regionaler Verbreitung erstellt und Hoftypen herausgearbeitet.

Schon 1829-1834 hatte sich die Landeslandwirtschaftsgesellschaft der Steiermark für die Pläne ländlicher Wohn- und Wirtschaftsgebäude mit dem Ziel der Verbesserung interessiert. Bis 1878 wurden 300 Bauaufnahmen in der ganzen Monarchie durchgeführt und 61 als "Musterpläne" publiziert. Auch später gingen Projekte dieser Art von der Steiermark aus: 1980 erschien das Buch "In alten Bauernhäusern leben!" der Grazer Architektin Herrad Spielhofer (* 1938). Sie hatte in vieljährigen Forschungen im ganzen Bundesgebiet 300 typische Häuser untersucht und 55 Vorschläge zur Revitalisierung veröffentlicht. 

1970 eröffnete das erste gesamtösterreichische Freilichtmuseum in Stübing bei Graz. Sein erster und langjähriger Direktor (bis 2004) ist Dr. Viktor Herbert Pöttler (* 1924) Fast 100 Objekte aus ganz Österreich stehen rekonstruiert und eingerichtet auf dem 65 ha großen Areal, es finden Führungen und Handwerksvorführungen statt.


Quellen:
Arthur Haberlandt: Taschenwörterbuch der Volkskunde Österreichs. Wien 1953. Bd. 1/S. 18
Johann Kräftner: Naive Architektur II. St. Pölten 1987. S. 10
Viktor Herbert Pöttler: Österreichisches Freilichtmuseum. Stübing 1978. S. 13 f.
Herrad Spielhofer: In alten Bauernhäusern leben! Graz 1980
Freilichtmuseum Stübing

Bild: Blockhaus im Österreichischen Freilichtmuseum Stübing (Steiermark). Foto: Alfred Wolf