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Hokuspokus#

Das abwertend gebrauchte "Hokuspokus machen" bezieht sich auf Taschenspielertricks. Zehn Jahre nach dem ersten Beleg erschien 1634 in London "Hocus Pocus junior the anatomie of legerdemain", ein Lehrbuch für Zauberkünstler, das 1667 ins Deutsche übersetzt wurde. Die Entstehung des Zauberspruchs aus der Konsekrationsformel "Hoc est corpus meum" in der katholischen Messe ist heute umstritten. Seit dem 14. Jahrhundert begegnen Formeln wie "Hax pax max", die an den verballhornten Friedensgruß "Pax tecum" (bzw. vobiscum) erinnern, wobei auf x ausgehende Worte für magische Handlungen besonders beliebt waren. So könnte auch aus dem dumpf ausgesprochenen "Hax pax" (1625: Oxbox) ein Hokuspokus geworden sein.


Quelle: Lutz Röhrich: Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Freiburg/Br. 1992. Bd. 2 / S.729