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Jugendliche#

Der Begriff ist erst seit 1800 allgemein im Gebrauch. Die UNO versteht darunter Personen zwischen 15 und 25 Jahren - zu denen rund eine Milliarde Menschen zählen. Als "Tag der Jugend" legten die Vereinten Nationen den 12. August fest. Eine andere Kategorie unterscheidet zwischen Teenagern (13 bis 19) und jungen Erwachsenen (20 bis 24).

Jugendliche und junge Erwachsene sind stark gegenwartsorientiert. Traditionen spielen für sie kaum eine Rolle. Die kulturelle Meinungsführerschaft verschiebt sich zunehmend von den Alten zu den Jungen. Ältere Menschen orientieren sich in vielen Lebensbereichen an jüngeren, was ein historisch neuartiges Phänomen darstellt. Anders als früher ist das Jugendalter keine kurze Phase des Übergangs von der Kindheit zum Erwachsenenalter mehr, sondern Jugendlichkeit ist zu einem Ideal geworden, dem man so lange wie möglich anhängt. Das Prädikat „alt“ wird nur noch pejorativ gebraucht.

Im Februar 2015 widmete die Mitgliederzeitschrift "Auto Touring" des ÖAMTC den Jugendlichen und ihrem Mobilitätsverhalten die Titelgeschichte. Sie folgt der Sinus-Milieu-Studie, durchgeführt von Integral und tfactory. Dabei wurden 32, teilweise mehrstündige Interviews sowie 1000 Online-Interviews mit 14- bis 29-jährigen Österreicher/innen durchgeführt.

  • 22 % "Hedonisten"
Wichtig sind Freizeitaktivitäten, momentane Lust, aktueller Thrill. Motorsport, Spiele und Partys zählen zu den bevorzugten Interessen.
  • 19 % "Digitale Individualisten"
Sie sehen die aktuellen Möglichkeiten positiv, schätzen offenes Experimentieren, aktive und kreative Welterkundung, Weiterentwicklung ist wichtig. Freizeitinteressen sind erlebnisorientiert, das kulturelle Interesse avantgardistisch.
  • 18 % "Adaptiv-Pragmatische"
Sie reagieren auf unsichere Verhältnisse mit defensivem Sicherheitsstreben. Ziel ist es, aus dem Leben etwas zu machen, einen guten Platz in der Gesellschaft zu finden. Dabei spielen Wohnort, Familie und Freundeskreis eine Rolle.
  • 16 % "Konservativ-bürgerliche"
Lebensziel ist ein harmonisches und erfülltes Familienleben in einem sicheren und planmäßigen Rahmen. Sie wohnen oft in Kleinstädten oder ländlichen Gemeinden.
  • 15 % "Performer"
Sie pflegen den Globalisierungsoptimismus der 1990er Jahre, wollen sich in der modernen Welt gut positionieren, und sehen Leistung und Erfolg als Basis des Wohlstands. Diese Gruppe ist sozial, kulturell und sportlich interessiert.
  • 10 % "Postmaterielle"
Nach dem 70er Jahre-Motto "Sein statt haben" ist das Lebensziel die Suche nach Sinn, persönliche Weiterentwicklung und Miteinander. Es handelt sich um das Milieu mit der höchsten Lesefreudigkeit, Interesse an künstlerischer Betätigung, Auslandsaufenthalten und Umweltfragen.

Mit der Jugendsprache beschäftigten sich Forscher am Institut für Germanistik in Graz. Mehr als ein Jahr lang untersuchten sie die Freizeitkommunikation von Jugendlichen in den Landeshauptstädten als auch neun ländlichen Regionen. Anhand dieser Gesprächsproben wollen sie Einflüsse des Dialekts aber auch der Migration auf die Grammatik der Sprache von Teenager analysieren. Grundsätzlich habe sich gezeigt, dass dialektal beeinflusste Varianten in den ländlichen Gegenden Österreichs eine große Rolle spielen. In Städten hingegen - vor allem in Wien - lasse sich in ersten Stichproben zufolge ein deutlicher Einfluss von Migrationssprachen feststellen, der teilweise den Dialekt ersetze. „Eine Jugendsprache, die für ganz Österreich gelten würde, gibt es nicht“, betont Projektleiter Arne Ziegler.


Quellen:
Auto Touring Februar 2015
Jugendsprache