Kino#

Wenige Monate nachdem die Brüder Auguste und Louis Lumière in Paris erstmals einen Film vorgeführt hatten, gaben sie im März 1896 in Wien Vorstellungen. Bald spielte man regelmäßig in der Innenstadt, nach einigen Jahren im Prater. 1903 gab es in Wien drei Kinos, 1918 waren es 155. Das älteste sind die Breitenseer Lichtspiele, die sich seit 1909 im selben Haus befinden.

Die Stummfilme wurden von Erklärern und Pianisten ("Tappeur") oder Orchestern begleitet, diese Ära dauerte bis 1927. Um Zuschauer anzulocken, gab es den Beruf des Kinoausrufers ("Rekommandeur"), der mit theatralischem Vortrag die Vorstellungen anpries. Die stattlichen Männer, oft Praterausrufer, trugen schwarze Schirmkappen mit breiten Goldborten. 

1928 zeigte die "Urania" den ersten Tonfilm, spätere Innovationen waren die Einführung von Breitwand (1955), Cinemascope (1956) und Kinocenter mit mehreren Sälen. Der erste österreichische Spielfilm entstand 1908. Einen Höhepunkt erreichte die Produktion in den 1920er- Jahren. Neben den führenden Studios "Sascha", "Astoria", "Dreamland", "Listo", "Schönbrunn" und "Wien-Film" produzierten damals 20 Firmen jährlich fast 150 Filme.

Das Kino erhielt zunächst durch das Fernsehen, in den letzten Jahren auch das Internet Konkurrenz. Viele Betriebe mussten schließen.


Quellen:
Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Wien 1992-1997. Bd. 2/S. 303 f., Bd. 3/S. 509 f.