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Knoblauch#

'Kroatinn mit Zwiebel' aus dem Brandchen Kaufruf, 1775. Gemeinfrei
"Kroatinn mit Zwiebel" aus dem Brandchen Kaufruf, 1775. Gemeinfrei

Knoblauch (Allium sativum) ist eine alte Kultur- und Heilpflanze, die aus Asien nach Europa gelangte. Die Bezeichnung leitet sich vom althochdeutschen Wort „klioban“ (spalten) ab. Dioscurides, der berühmteste Pharmakologe des Altertums, sah im 1. Jahrhundert Knoblauch als vielseitiges Medikament an. Im Mittelalter erhoffte man davon sogar die Heilung der Pest. 1989 wurde er in Deutschland zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. In Wien konnte man zu Zöpfen gebundenen Knoblauch und Zwiebel bei kroatischen Wanderhändlerinnen kaufen.

Der durch schwefelhaltige Abbauprodukte hervorgerufene Geruch galt allgemein als Mittel gegen Zauber, Hexen, Geister, Vampire. Aus Knoblauch geflochtene Zöpfe am Stalltor sollten vor Seuchen schützen. Die Redensart "etwas verknofeln" hat mit der Vorstellung des "bösen Blicks" (Verschreien) zu tun. Zu den Gegenmitteln zählte der Ruf "Knoblauch", eine Knoblauchzehe bei sich zu tragen, galt als magisches Mittel für und gegen alles.


Quellen: Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 458
Wikipedia: Knoblauch (Stand 1.8.2008)

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