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Kochgeschirr#

Bild 'Kochgeschirr_gr'

Die Küche mit dem Herd im Zentrum oder an der Wand der Mittelpunkt des Hauses war in ländlichen Häusern oft Ess- und Kommunikationsort. Das Kochgeschirr befand sich in offenen Gestellen. Solange man direkt im Feuer kochte, hatten die Töpfe - aus Ton oder Bronze - Vorrichtungen zum Aufhängen (Ketten, Kesselhaken) oder Stehen (drei Füße) und einen Bügelhenkel. Als im 18. Jahrhundert in den Oberschichten das Kochen in geschlossenen Herden üblich wurde, änderte sich die Form des Geschirrs. Die Töpfe brauchten keine Beine mehr, der Bügelhenkel wich zwei kleinen seitlichen Griffen. Neben Gusseisen wurde Kupfer zum bevorzugten Material. 

Pfannen sind flacher als Töpfe, haben einen langen Stiel aus schlecht wärmeleitendem Material (Holz) und wurden zum Braten verwendet. Mit einem Deckel, auf den man als "Oberhitze" Glut legte, dienten sie als Backglocke. Beinlose Pfannen standen auf dem Pfannenknecht, womit sich durch die Höhe die Wärmezufuhr regeln ließ. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verwendete man emaillierte Pfannen, Reinen und Töpfe.

Hilfsgeräte wie Kochlöffel und Quirle bestanden aus Holz, ebenso Siebe und Trichter, die es seit früher Zeit auch aus Keramik gab, wobei die die Anordnung der Löcher oft ein Muster ergab. Sie wurden in Heimindustrie hergestellt und von Wanderhändlern verkauft.


Quelle: Laura Krüger: Vom Zauber alten Hausgeräts. Bayreuth, 1981

Bild: Kochgeschirr im Museum Perchtoldsdorf (Niederösterreich). Foto: Alfred Wolf, 1995