Komet#

Komet

Ein Komet (griechisch kométes - Haarstern) ist ein kleiner Himmelskörper. Der "Kopf" des Kometen besteht aus dem Kern und einer Hülle (Koma), die eine Ausdehnung von bis zu 2,7 Millionen km haben kann. Der Schweif erreicht bei großen und sonnennahen Objekten eine Länge von mehreren 100 Millionen Kilometern. 

Seit der Antike galten Kometen als böses Omen, verbunden mit Angst vor dem Weltuntergang. Als Schutzmittel vertraute man auf das Geläute der Kirchenglocken, Weihwasser, Medaillen, Fasten und Schutzbriefe. Das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens weist auf die Gattung der Kometenflugschriften und Kometengedichte hin, die aus dem 15. bis 17. Jahrhundert stammen. Sie enthalten Beschreibungen der Kometen, deren Deutung und Bußmahnungen. Das Werk listet auf Grund dessen zahlreiche Kometen mit den ihnen zugeschriebenen - meist negativen, manchmal auch kuriosen - Folgen auf. Beispiele: 531 Pest in Konstantinopel, 814 Tod Karls des Großen, 1031 Weltuntergang, 1271 Feuer und Sturm in Schottland, 1538 Geburt eines Kalbes mit zwei Köpfen, 1618 Dreißigjähriger Krieg, 1668 Katzensterben, 1834 Vernichtung des Antichrist, 1914 Erster Weltkrieg. 

Der Komet, der den drei Weisen den Weg zum neu geborenen Jesuskind gewiesen haben soll, war kein solcher. Im Matthäusevangelium ist nur von einem "Stern" die Rede (Mt 2, 1-12). Astronomen erklären den "Stern von Bethlehem" als seltene dreifache Konstellation der Planeten Jupiter und Saturn, die von einem Zodiakallicht begleitet war. In der historisch-kritischen Bibelexegese wird der Stern als mythologisches oder symbolisches Verkündigungsmotiv ohne realen Hintergrund aufgefasst.


Quellen:
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 462 f.
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin 1933/1987. Bd. 5/Sp. 89 f.
Wikipedia: Komet (Stand 1.8.2008)

Bild: Dreikönigszettel mit Komet, 19. Jahrhundert. Gemeinfrei