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Kraftorte#

Pfarre

"Orte der Kraft", Reisen zu Kultplätzen etc. wurden im Zuge der Esoterikwelle populär. Eine wichtige Rolle spielte dabei das Buch "Die Lehre des Don Juan" von Carlos Castaneda (1925 oder 1931 - 1998) Der amerikanische Anthropologe behauptete, vom Yaqui-Indianer Don Juan Matus in eine magische Weltsicht eingeweiht worden zu sein. Wissenschaftlich sind seine Werke nicht anerkannt, die "Forschungsergebnisse" vermutlich Fiktion. 

Unabhängig von der schamanischen Tradition begann man seit den 1970er- Jahren in Europa, Kirchen, Wallfahrtsstätten und traditionelle numinose Orte als Kraftorte zu besuchen. Man beruft sich dabei gerne auf vorchristliche, pagane Kulte, Sagen und Ursprungslegenden, wie weisende Tiere, zurückkehrende Bilder oder Visionen. Gotteshäuser wurden mit der Wünschelrute begangen und dabei "kosmo-terrestrische" und "feinstoffliche Energie" konstatiert. An markanten Stellen, wie Altar, Kanzel und Beichtstuhl, soll es zu bemerkenswerten Beobachtungen ("komplizierte Zonenkreuzungen") kommen. Besonders "fühlige" Menschen stellen "Ausstrahlungen" fest. 

Der Bauhistoriker Prof. DI Dr. Jörg Purner von der Universität Innsbruck hat in Europa 150 Objekte mit physikalisch interpretierbaren Instrumenten untersucht und entsprechende Beobachtungen gemacht. In Wien veranstaltet die Fremdenführerin Gabriele Buchas Exkursionen zu geheimnisvollen Orten. Dazu zählen in der Innenstadt der Stephansdom, die Michaelerkirche, Minoritenkirche, Maria am Gestade, Ruprechtskirche und Virgilkapelle.


Quellen:
Gabriele Buchas: Plätze der Kraft in Wien. Wien 2003
Blanche Merz: Orte der Kraft. Aarau 1999.

Bild: St. Ruprecht, Wien 1. Die älteste Kirche Wiens wird von 16 unterirdischen Wasserläufen durchquert und zu den Kraftorten gezählt. Foto: Alfred Wolf