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Krampusperchten#

Die Mischung aus Krampus und Schiachperchten fand Ende des 20. Jahrhunderts in Österreich Verbreitung. In der Selbstdarstellung auf den Internetseiten verweisen sie auf gerne auf "uraltes Brauchtum", Wintervertreiben, Fruchtbarkeitszauber und ähnliches, das in der wissenschaftlichen Ethnologie längst widerlegt ist. Oft handelt es sich bei den jugendlichen Akteuren um Sportvereine oder andere Gruppen, die professionelle Feuershows inszenieren. Sie finden auch in Wien großes Publikumsinteresse.

2013 konnte man wieder verschiedene Gruppen bewundern, zum Beispiel: Am 29. November gastierte die Gruppe "Fatifer Custodis Pass Carinthia" im Campus AKH. Zu dem Dutzend Mitwirkenden gehören auch etliche junge Frauen, teils als Engel-Teufel-Mischung verkleidet (rote Kleider und Flügel), teils unter den furchterregenden Masken. In der Ankündigung hieß es: "So schaurig sie auch sind, das Erscheinen von Perchten soll die bösen Geister des Winters vertreiben und demnach viel Glück bringen."

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Am 6. Dezember 2013 gab es in zwei Perchtenshows. Nach dem Besuch des Nikolaus (der dann auch dabei war) kamen die Marchegger Perchten in das Einkaufszentrum Q19. Auch hier fehlte eine phantasievolle Ankündigung nicht: "Um 17 Uhr stellen sie den alten Brauch zur Schau, den Winter zu vertreiben und Fruchtbarkeit für das kommende Jahr zu bringen."

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Eine Stunde später erwartete in der Obkirchergasse "eine feurige Perchtenshow mit schaurigen Kostümen" die Zuschauer. Für den bereits 11. Perchtenlauf waren drei Gruppen engagiert. 2015 wurde diese Veranstaltung abgesagt.

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Am 7. Dezember rasselten Perchten aus Fischamend durch den nächtlichen Türkenschanzpark.

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Am 8. Dezember lud die Kulturinitiative Währing die Brauchtumsgruppe St. Veit/Triesting ein, die - wie in den Vorjahren - einen Perchtenlauf durch die Währinger Straße veranstaltete.

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Bei allen diesen Events fiel auf, dass die Maskenträger zwar manchmal von ihren Ruten Gebrauch machten, sich jedoch zahm gebärdeten und gerne für Fotos mit Passanten posierten. Möglicherweise liegt das daran, dass die Gruppen für die Auftritte bezahlt werden, wieder engagiert werden wollen und sich keine schlechte Nachrede leisten können. Bei Ausführenden wie Besuchern scheint hier der Spaßfaktor im Vordergrund zu stehen.

Medienberichten zufolge gibt es in Österreich inzwischen an die 500 Krampusperchtengruppen. Einige verzichteten 2015 auf ihre Auftritte, um traumatisierte Flüchtlinge nicht zu erschrecken, andere kostümierten sich vor den Augen der Asylanten und erklärten ihnen den Brauch. In Niederösterreich fanden vor dem Dreikönigstag mehrere "Perchtenläufe" statt. In Gaming (Bezirk Scheibbs) feierten die „Ötscherteufel“ das "Rauhnacht-Finale". 15 Gruppen mit 250 Perchten aus mehreren Bundesländern nahmen daran teil. In Lichtenwörth (Bezirk Wiener Neustadt) luden die „Klachlteufeln“ am 5. Jänner 2016 zu einem der drei größten Perchtenläufe Österreichs. Es kamen 50 Gruppen mit 800 Kostümierten.

Fotos: Doris Wolf, 2013


Quellen:
2014
2015