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Kreuzweg#

Nicht nur in der Fastenzeit, sondern das ganze Jahr über hängen in den Kirchen 14 Bilder mit Darstellungen des Kreuzwegs. Oft kopiert wurden jene von Josef Führich (1800-1876) in der Pfarrkirche St. Johann Nepomuk, Wien 2. Moderne Kirchen haben manchmal Heilswege, deren 15. Station der Auferstehung gilt oder zeitgemäße Kreuzwege (Probstdorf, Niederösterreich).

Kreuzweg von M. Schwarz, 'Auferstehung' Foto freundlicherweise für das Austria-Forum zur Verfügung gestellt
Kreuzweg von M. Schwarz, "Auferstehung" Foto freundlicherweise für das Austria-Forum zur Verfügung gestellt

Die akademische Malerin Maria Schwarz aus Wien widmet sich im besonderen diesem Thema. Der erste ist 1982 in schwarz-weißer Reservage-Technik entstanden. 1984/85 folgte eine farbenfrohe Variation in pyramidenförmigem Aufbau. Das dritte Werk nennt sich "Kreuzweg der Hoffnung" (Acryl). Er entstand 1995 für die Pfarrkirche "Maria Königin" in Wien-Strebersdorf. Der vierte, "Kreuzweg der Andacht" befindet sich in der Pfarrkirche "Jesus, der Auferstandene" in Gmunden-Orth. Die Werke der Künstlerin enthalten als 15. Station die Auferstehung.

Kreuzwegandachten werden traditionsgemäß an den Freitagen der Fastenzeit und am Karfreitag gehalten. In Jerusalem zogen die Christen am Karfreitag betend und Kreuze tragend über die Via Dolorosa, wo man die Orte des biblischen Geschehens mit Gedenksteinen (Stationes) markiert hatte. In Rom versammelten sich die Gläubigen in einer Kirche und gingen in Prozession mit dem Papst in eine andere, wo die Eucharistiefeier stattfand. Aus dem mittelalterlichen Wien (1258) sind Büßer- und Geißlerprozessionen von einer Kirche zur anderen bekannt. In der Gegenreformation nahmen besonders die Orden der Franziskaner und Kartäuser mit symbolbeladenen Kreuzwegandachten Einfluss auf die Katholiken. Jetzt werden Prozessionen mit großen Kreuzen zum - oft ökumenischen - Glaubenszeugnis in der Öffentlichkeit.