Kupfer#

Kupfer

Kupfer (Cu) ist ein weiches und zähes Edelmetall. Der lateinische Name cuprum ist abgeleitet von aes cyprium „Erz von der Insel Zypern“, wo es im Altertum gewonnen wurde. Da Kupfer leicht zu verarbeiten ist, wurde es bereits von den ältesten bekannten Kulturen verwendet. Die Zeit seines weiträumigen Gebrauchs vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis zum 3. Jahrtausend v. Chr. heißt Kupferzeit. 

Später wurde Kupfer mit Zinn und Blei zu Bronze legiert. Die härtere und technisch widerstandsfähigere Legierung ist Namensgeber der Bronzezeit. Die Epoche umfasst in Europa den Zeitraum zwischen dem Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. und dem Beginn des 1. Jahrtausends v. Chr. Diese ist die mittlere Periode im Dreiperiodensystem, das die europäische Ur- oder Vorgeschichte in Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit unterteilt. 

Kupfer ist auch Bestandteil anderer Legierungen, wie des goldgelben Messings (mit Zink), und Neusilbers (mit Zink und Nickel), die wegen ihrer guten Eigenschaften eingesetzt werden. "Nordisches Gold" (89 % Kupfer, 5 % Aluminium, 5 % Zink und 1 % Zinn) ist das Material der 50-Cent-Münzen. 

Kupfer fand und findet vielfältige Verwendung am Bau (Kupferdächer), im Handwerk und in der Kunst. Haushaltsgeräte aus Kupfer, wie Kessel oder Backmodel, waren ein kostbarer Besitz. Alte Küchen bewahren Gefäße aus Kupferblech, die dank der Materialeigenschaften verziert werden konnten. Dörfliche Kupferschmiede fertigten einfachere Formen. Seit dem 17. Jahrhundert wurden die Innenseiten der Gefäße verzinnt. 

Die Magie übernahn die antike Meinung, Kupfer löse jeden Zauber. Nach dem Grundsatz des "Similia similibus" (Gleiches heilt Gleiches) sollte das rote Kupfer bei Nasenbluten, Rotlauf und Hautkrankheiten helfen. Auch in jüngster Zeit wurden Kupferarmbänder und Bettmatten mit eingewebten Kupferfäden beworben, die Schmerzen lindern und "Erdstrahlen" ablenken sollten. Sachverständige führten die beobachteten positiven Auswirkungen auf den Placebo-Effekt zurück.


Quellen:
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 488 f.
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin 1933/1987. Bd. 5/Sp. 835 f.
Wikipedia: Kupfer (Stand 2.8.2008)

Bild: Im Stift Klosterneuburg (Niederösterreich) sind Kuppel und Dächer teilweise mit Kupfer gedeckt. Die grüne Patina schützt sie vor Verwitterung. Foto: Alfred Wolf, 1999.