Lachen#

Im Internetlexikon Wikipedia heißt es u.a.: Lachen, ein angeborenes Ausdrucksverhalten des Menschen, ist die natürliche Reaktion auf komische oder erheiternde Situationen, erscheint aber auch als Entlastungsreaktion nach überwundenen Gefahren sowie als Abwehrmechanismus gegen spontane Angstzustände. Meist ist Lachen fröhlich, kann aber auch bei eigentlich bösartigen Situationen auftreten (sarkastisches Lachen). Wird Lachen als Ausdruck für Sympathie und Einverständnis verstanden, entfaltet es eine besänftigende, konfliktbegrenzende Wirkung, die dem Zusammenleben in Gruppen förderlich ist. Wer nicht zur Gruppe gehört, kann leicht zu demjenigen werden, auf dessen Kosten gelacht wird. Auslachen ist eine demütigende, ehrverletzende Waffe und Strafe. Ursprünglich war das Lachen eine Drohgebärde (Zähnefletschen). Beim Lachen bewegt man 80 Muskeln, allein im Gesicht 17. Ein wichtiger Grundzug des Lachens ist der anarchische, der auf der Infragestellung von Autoritäten aller Art beruht: Ein Beispiel für "Affektkanalisierungen" ist die ritualisierte Umkehrung der Herrschaftsverhältnisse, die "Verkehrte Welt", wie sie sich in Faschingsbräuchen und Narrenfesten zeigt, die als Ritual geduldet wurden, um anschließend wieder in den normalen Alltag zurückzukehren. 

"Lachen als Äußerung der Lebenslust kann den Bann des Todes brechen und Leben bewirken", liest man im HDA. Hier wird auf das Ostergelächter (Risus paschalis) verwiesen. Im Mittelalter (oft noch später) war es üblich, dass der Prediger beim Ostergottesdienst lustige Geschichten erzählte. Nach der kargen Fastenzeit sollten die Gläubigen wieder etwas zum Lachen haben. Gegenwärtig ist es auch kein Tabubruch mehr, wenn der Priester bei der Verabschiedungsfeier in der Einsegnungshalle einen guten Witz erzählt. Traditionell war das Lachen beim "Leichenschmaus" üblich. 

"Lachen bricht Zwang und Macht." (HDA). Ein Märchen der Brüder Grimm erzählt, dass man den Wechselbalg zum Lachen bringen müsse, um ihn los zu werden. Geister lachen nicht, daher sollte man es auch unterlassen, wenn man sie rief, wie beim Zaubern oder Schatzsuchen. Hingegen erzählen Sagen vom (schadenfroh) lachenden Teufel. Heilige werden mit würdigem, eher leidendem Gesichtsausdruck dargestellt, nur die Madonna lächelt manchmal.

"Lachen ist gesund" weiss nicht nur eine Redensart, das ist auch medizinisch erwiesen: "Hierbei macht man sich das mit dem Lachen verbundene gesteigerte Wohlbefinden zunutze, das zum Abbau von Stress und somit zu einer Verbesserung des Allgemeinzustands eines Patienten beiträgt. Durch die Ausschüttung von Hormonen wird das Immunsystem gestärkt und dadurch auch Krankheiten vorgebeugt. Man nimmt zum Beispiel an, dass der Körper beim Lachen Endorphine aktiviert und dadurch euphorisierende Wirkungen auslöst" (Wikipedia). Seit 1998 begeht man, initiiert von einer indischen Yogabewegung, am ersten Sonntag im Mai den "Weltlachtag" mit dem Ziel, ein globales Bewusstsein der Freundschaft zu erreichen. 

"Keep smiling" oder "cheese" fordern Fotografen ihre Objekte auf. Ein lachende Gesicht soll sie sympathisch erscheinen lassen. Bei älteren Gruppenbildern, wie Fotos von Schulklassen oder Vereinen fällt auf, dass alle sehr einst blicken. Auf neuen EU-Passfotos darf nicht gelächelt werden.
Quellen:
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 488 f.
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens (HDA). Berlin 1933/1987. Bd. 5/Sp. 835 f.
Wikipedia: Ausdrucksform (Stand 2.8.2008)