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Magnusstab#

Der Abtsstab mit Reliquien des hl. Magnus sollte schädliche Tiere, wie Mäuse, Ratten und Ungeziefer vertreiben. Die Segnungen nahm der Kustos des Klosters Füssen (Deutschland) vor. An vier Stationen steckte er den Magnusstab in den Boden, sang den Beginn des Evangeliums, las den Exorzismus und erteilte mit dem Stab den Segen. Dazu hieß es 1643: "Wo des Heiligen Stab unter Anrufung des frommen Abtes hinkam, blieben die Trauben sieben Jahre vom Schimmel verschont, und wo man ihn unter Gebeten segnend über die Felder schwang, mussten alle Schädlinge weichen." 1706 und 1765 wurde der Stab nach Österreich und Südtirol ausgeliehen. Mit der Säkularisation des Klosters (1802) endete der Brauch. Es gab auch Magnuserde und geweihtes Magnuswasser, die man auf den Feldern verteilte.

Magnus von Füssen (Mang, um 699 - um 770) lebte als Mönch in der Schweiz. Mit seinem Abtsstab soll er Schlangen und Drachen besiegt haben.


Quelle:
Gustav Gugitz: Fest- und Brauchtums-Kalender, Wien 1955. S. 108