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Mariä Empfängnis#

Bild 'Maria_Empf'

Das Hochfest der Unbefleckt Empfangenen Gottesmutter Maria (Mariae Erwählung) am 8. Dezember ist das am meisten missverstandene Fest. Der Feiertag hat nichts mit der immerwährenden Jungfräulichkeit der Muttergottes zu tun, die seit dem 4. Jahrhundert lehramtlich festgelegt ist, sondern mit ihrer Erbsünde-Freiheit. Gegenstand des Festes ist der Glaube, dass Maria "durch ein einzigartiges Gnadenprivileg des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die Verdienste Christi Jesu, des Erlösers des Menschengeschlechtes, von jedem Makel der Erbsünde unversehrt bewahrt worden ist", wie Pius IX.(1792-1878) 1854 definierte. Sein Dogma untermauerte den Feiertag. Die Begriffe „Erbsünde“ oder „Erbschuld“ weisen auf eine schicksalhafte Verstrickung in das Böse hin, in die jeder Mensch - im Gegensatz zur persönlichen Schuld einer absichtlichen Ablehnung Gottes - hineingeboren wird, ohne persönlich daran schuld zu sein.

2015 stand der Feiertag im Zeichen des an diesem Tag von Papst Franziskus offiziell eröffneten Jahres der Barmherzigkeit. Einige Traditionen zur Feier wurden erst in den vergangenen Jahren eingeführt, wie Segensfeiern für Schwangere (Europakloster Gut Aich in St. Gilgen), Weihe der Diözese (Linz) an die Gottesmutter oder die „Immaculata“-Feier mit Lichterprozession in der Wiener Innenstadt. Von Kardinal Christoph Schönborn geleitet, begann der Umzug um 16 Uhr bei der Mariensäule vor der Kirche Am Hof, die Mitfeiernden - darunter mehrere hundert Ministranten und Fackelträger aus der Erzdiözese Wien - zogen mit Blasmusik-Begleitung über den Graben zum Stephansdom. Nach dem Einzug in den Dom mit der Maria Pocs-Ikone folgte eine Marienvesper mit Pontifikalsegen. Wie der Wiener Erzbischof feierten die anderen Bischöfe am Vormittag Pontifikalämter.

In Österreich wurde der Feiertag nach dem 2. Weltkrieg aufgrund einer Unterschriftenaktion von 1,5 Millionen Unterzeichnern wieder eingeführt. 30 Jahre später begannen die Diskussionen um den 8. Dezember als Einkaufstag. Seit 1995 dürfen Geschäfte am 8. Dezember - sofern dieser auf einen Wochentag fällt - aufsperren. Am 8. Dezember 2015 rechnete die Wiener Wirtschaftskammer mit 150.000 Weihnachtseinkäufern am Feiertage. Die Geschäfte durften von 10 bis 18 Uhr offen halten, In Wien wurde keine Parkgebühr erlangt und die öffentlichen Verkehrsmittel fuhren in kürzeren Intervallen.


Quellen:
Adolf Adam: Das Kirchenjahr mitfeiern. Freiburg/Br. 1979. S. 172 f.
Helga Maria Wolf: Österreichische Feste & Bräuche im Jahreskreis. St. Pölten 2003. S.194 f.
Ladenöffnungszeiten
Kirche Publiziert 8.12.2015
Wirtschaft Publiziert 8.12.2015

Bild: "Ein schönes Gebet…", das auch als Amulett und gegen das "Verschreien" von Kindern Verwendung fand. 18. Jahrhundert. Gemeinfrei