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Meerfahrt#

"Meervahrten" zum Heiligen Grab in Jerusalem wurden vor allem im 13. Jahrhundert unternommen. "Der Wiener Meerfahrt" ist der Titel eines um 1260 entstandenen, gereimten Schwanks, dessen Verfasser sich "der Freudenleere" nennt. Zechende Bürger beschließen im Rausch, eine Schiffsreise ins Heilige Land zu machen, und werfen einen von ihnen vermeintlich ins Meer. In ihrem Rausch bemerken sie nicht, dass sie ihn aus dem Fenster, gestoßen haben und er sich verletzte.

Um 1400 ordneten viele Bürger in ihrem Letzten Willen an, dass für sie Wallfahrten durchgeführt werden sollten. Ziele waren neben dem Heiligen Land, Rom und Aachen, aber auch Wallfahrtsorte in und um Wien, wie Mariazell in der Steiermark. So heißt es in den Wiener Testamentenbüchern: "1411. Petreim, der Sneyder bey der purck schaft ein mervart zu dem heiligen grab … 1417. Hanns der Kaufmann schafft einen wolgelewnten Priester der da ziehen will zu dem Heiligen grab, 32 Gulden".


Quellen:
Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Wien 1992-1997 (5 Bände), IV/228
Johann Ev. Schlager: Wiener Skizzen aus dem Mittelalter. 3 Bde. Wien 1836-1846, 1846/425 f.