Mond#

Mond
Mond aufgenommen mit 500 mm Brennweite (Kleinbild) in Limni/Griechenland am 15.5.2014
Mond - Photo Peter Diem

Der Mond (lat. Luna), der einzige natürliche Satellit der Erde, ist der am besten erforschte Himmelskörper. Mit seinen ohne Fernrohr erkennbaren Details ist er nach der Sonne das mit Abstand hellste Objekt. Der Mond hat mit 3476 km etwa ein Viertel des Durchmessers der Erde. Er umkreist sie - in Bezug auf die Fixsterne von Westen nach Osten - in dem gleichen Drehsinn, mit dem die Erde um ihre eigene Achse rotiert, und dreht sich im Lauf eines Monats einmal um die eigene Achse. Bei einer Mondfinsternis, die nur bei Vollmond auftreten kann, steht die Erde zwischen Sonne und Mond. Bei einer Sonnenfinsternis (nur bei Neumond möglich), steht der Mond zwischen Sonne und Erde. Die erdnächste Entfernung des Mondes (Perigäum) beträgt 363.200 Kilometer, die größte (Apogäum) 405.500 km. Sein Aussehen durchläuft acht Phasen. Auf der nördlichen Halbkugel kann man Neumond - zunehmender Halbmond - Vollmond - abnehmender Halbmond beobachten. Am 20. Juli 1969 betrat der Amerikaner Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. 

In allen archäologisch untersuchten Kulturen gibt es Hinweise auf die große kultische Bedeutung des Mondes. Der Mond stellte meist eine zentrale weibliche Gottheit dar, in Ergänzung zur männlich gedachten Sonne. Die älteste Mondkarte entstand vor 5000 Jahren in Irland (Knowth). Der Fund der "Himmelsscheibe von Nebra" aus der Bronzezeit (um 2000 v. Chr.) in Deutschland galt 1999 als Sensation. 

Der Mond verursacht die Gezeiten der Meere. Zugvögel und manche Insekten orientieren sich bei der Navigation an seinem Stand. Ein direkter Einfluss des Mondes auf die Lebewesen auf der Erde konnte nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Dennoch wurde und wird in der Land- und Forstwirtschaft darauf geachtet, bestimmte Arbeiten zu bestimmten Mondphasen zu verrichten. 

Populäre Vorstellungen des "Mondglaubens" sind unüberschaubar. Die Autoren des Handwörterbuchs des deutschen Aberglaubens sprechen von einem unentwirrbaren Chaos. Eine Wurzel sehen sie in der antiken Astrologie, eine andere in religiösen Vorstellungen und menschlicher Phantasie zu allen Zeiten. Ein Prinzip ist der astrale Sympathieglaube: Alles was wachsen und nützen soll, muss bei zunehmendem Mond geschehen, alles was schwinden soll (z.B. Krankheiten) ist beim abnehmenden zu behandeln. Es wird auf die "dämonische Natur" des fahlen Mondlichts verwiesen, die man sich beim (Liebes-)zauber zunutze machte, auf die Mondsucht und Märchen vom "Mann im Mond", die vor den Gefahren des Mondscheins warnen. Besondere Angst bestand vor Finsternissen, die erst seit dem 18. Jahrhundert exakt vorausberechnet werden. So beschwerte sich der Mainzer Erzbischof Hrabanus Maurus (780-856), dass ihn bei einer Mondfinsternis das aufgeregte Geschrei der Bevölkerung, in seinem theologischen Denken störe. 

Die Echte Mondraute (Botrychium lunaria) ist eine Art der Rautenfarne. Den Namen erhielt sie wegen ihrer mondförmigen Blattfiedern, die angeblich bei Mondschein leuchten. Die Pflanze genoss "abergläubigsches Ansehen" sowohl bei den Alchimisten als auch gegen Zauberei und als Aphrodisiakum. Als Mondviole (Silberschilling) sind drei Lunaria-Arten bekannt. Sie entwickeln münzgroße, flache Schoten, in denen sich die Samen befinden. Nach Entfernen der Hülle wird die silbern schimmernde Innenseite sichtbar. Die getrocknet lange haltbaren Zweige werden seit dem 18. Jahrhundert zu dekorativen Zwecken verwendet. Der Mondstein zählt zur Gruppe der Feldspate. Als Schmuckstein schimmert er bläulich-weiß. Die moderne Esoterik ordnet ihn dem Mond und dem Monat Juni zu. Als Heilstein soll er die Psyche stärken. "Mondkalb" nannte man ein mißgestaltetes Tier. Als Mondwurf wurde regional der Maulwurf bezeichnet, den man für blind hielt.


Quellen:
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 569
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens (HDA). Berlin 1935/1987. Bd. 6 / Sp. 478 f.
Wikipedia: Mond (Stand 4.8.2008)

Bild: Rendezvous bei Mondenschein. Postkarte 19. Jahrhundert