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Notgeld#

Notgeld

Notgeld ist eine Form des Geldes, das in Krisenzeiten in der Landeswährung von Ländern, Gemeinden oder Privaten in Form von Münzen oder Scheinen ausgegeben wird. In Österreich waren die Staatsfinanzen im 19. Jahrhundert arg zerüttet. Die beunruhigte Bevölkerung wollte ihr Papiergeld in Gold und Silbermünzen tauschen, von denen jedoch nicht genug vorhanden waren. Der Staat versuchte den Kleingeldmangel vorerst durch die Ausgabe von 1 und 2 Gulden-Noten zu beheben, doch fehlte es weiterhin an Kreuzer-Münzen. Immer mehr Kaufleute begannen, zur Selbsthilfe zu greifen und in Eigenregie sogenannte Notgeldscheine als Kleingeldersatz auszugeben. Damit war die Notgeldära eingeleitet, die von 1818 bis 1849 und von 1859 bis 1869 dauerte. 

Drei Viertel der Ausgaben der ersten und knapp die Hälfte der Ausgaben der zweiten Periode fanden in den deutschsprachigen Gebieten Böhmens statt. Die meisten Scheine des "böhmisches Notgeldes" waren aus Papier, jedoch wurde auch auf anderen Materialien (wie Metallplättchen oder Holz) gedruckt. Die Fülle verschiedener Notgeldausgaben hatte den Nachteil, dass Scheine oft nur in einem Geschäft oder einem Ort gültig waren. Um dieses Problem zu lösen, einigte man sich auf Gemeinschaftsausgaben, die in einem größeren Gebiet eingelöst werden konnten. 

Auch im Ersten Weltkrieg (1914 - 1918) und in der Zwischenkriegszeit wurde in Österreich und den Nachfolgestaaten der österreichisch-ungarischen Monarchie Notgeld ausgegeben. In der Zwischenkriegszeit wurden die nicht mehr benötigten Scheine überdruckt und als "Bettlergeld" verwendet. Bedürftige konnten es am Ausgabeort (z.B. Graz) gegen bestimmte Waren einlösen.


Quelle: Geldschein

Bild: Notgeld 10 Heller, Niederösterreich. Gemeinfrei