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Pastete#

Pasteten (ital. pastata - in Teig gehülltes Fleischgericht) waren im 13. Jahrhundert in Paris eine Spezialität. Bis in die jüngste Zeit schätzten französische Hausfrauen dieses Gericht, wobei sie die Fülle, aber der Bäcker die Hülle zubereiten. Ein deutsches Klosterkochbuch aus dem Jahr 1350 enthält ein Rezept für "heidnische Kuchen", da man annahm, dass spanische Mauren oder syrische Sarazenen die Erfinder gewesen wären. 

Auf herrschaftlichen Tafeln bildeten die Pasteten einen Hauptbestandteil. Es gab fast 200 Arten, besonderer Beliebtheit erfreute sich ihre dekorative Präsentation an den barocken Fürstenhöfen. Außer den Köchen und Pastetenbäckern waren Bildhauer, Architekten und Formenschneider damit beschäftigt, Parade-und Figurpasteten kunstvoll zu komponieren, die sie mit dem jeweiligen Wappen bekrönten. 

In der österreichischen Küche wurden Pasteten nicht "volkstümlich", nur einzelne Wiener Bäckerinnen und Köchinnen brachten es damit zur stadtbekannten Meisterschaft. Das Große Sacher Kochbuch von Franz Maier-Bruck nennt Pasteten in der Teigkruste (mit Kalb- oder Hasenfleisch), Terrinen (ohne Teigkruste, z.B. Gänseleberpastete, Rebhuhnterrine), Galantine, Butterteigpastetchen, Farcenockerl.


Quelle: Franz Maier-Bruck: Das Große Sacher Kochbuch. München 1975. S. 471 f.