Pest#

Pestspital

Die Pest (lat. pestis - Seuche) ist eine - durch Tiere übertragene - hochgradig ansteckende Krankheit, die durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht wird. Seit den dreißiger Jahren des 14. Jahrhunderts breitete sich die Seuche entlang der internationalen Handelswege aus. Man schätzt, dass rund ein Drittel der damaligen Bevölkerung Europas durch den "Schwarzen Tod" umkam. Da man sich der Krankheit hilflos ausgeliefert sah, deutete man diese als Strafe Gottes, den man durch die Fürbitte von Heiligen wie Sebastian oder Rochus zu beruhigen trachtete. Man griff zu Amuletten, veranstaltete Prozessionen und blutige Geisslerzüge. Juden und vermeintliche Hexen wurden als Verursacher beschuldigt.

Wien war vor allem in den Pestjahren 1349, 1521,1541, 1963-66, 1588, 1605, 1653, 1679/80, und 1713/14 betroffen. Die Opferzahlen jenes Jahres bewegen sich zwischen 2500 und mehr als 8000. Der letzte Fall ereignete sich 1898 im Kaiser-Franz-Josef-Spital. 1680 gelobte Kaiser Leopold I. (1640-1705) den Bau einer Dreifaltigkeitssäule auf dem Graben. Das steinerne Monument, das mit dem Wirken von J.B. Fischer von Erlach und P. Strudel verbunden ist, wurde 1693 geweiht. Es ist das Vorbild zahlreicher einfacherer Pestsäulen im ganzen Land.


Quellen:
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 637 f.
Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Wien 1992-1997. Bd. 2/S. 97, Bd. 5/S. 526
Hilde Schmölzer: Die Pest in Wien. Wien. Wien 1985. S. 179
Wikipedia:Pest (Stand 8.8.2008)

Bild: Pestlazarett. Wien um 1680. Gemeinfrei