Pfarre#

Die Pfarre (griechisch parochia) ist die unterste Instanz der christlichen Seelsorge. In der römisch-katholischen Kirche bilden mehrere Pfarren ein Dekanat, mehrere Dekanate eine Diözese. Die Pfarre hat Rechtspersönlichkeit und eigenes Vermögen. Sie führt die Matriken für Taufen, Trauungen und Todesfälle und stellt darüber Bestätigungen aus.  

Die bestehende Pfarreinteilung folgt im wesentlichen den Reformen Kaiser Josef II. (1741-1790) aus dem Jahr 1782. Damals entstanden in der Innenstadt fünf, in den Vorstädten (Bezirke 2 bis 9) 19 neue Pfarren. Auf einen Priester sollten in der Innenstadt 500, in den Vorstädten 700 "Seelen" kommen. Nach der Diözesansynode 1969 wurde die Erzdiözese Wien, die sich über die Stadt und das östliche Niederösterreichs erstreckt, in drei Vikariate unterteilt und diesen je ein Bischofsvikar zugeteilt, der den Erzbischof in der Leitung unterstützt. Bis 2014 gab es in der Erzdiözese Wien 54 Dekanate und 660 Pfarren, danach begann eine Neuorganisation (Zusammenlegung).


Quellen:
Ausstellungskatalog Josephinische Pfarrgründungen in Wien. Wien 1985. S. 18
Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Wien 1992-1997. Bd. 4 / S. 535