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Polterabend#

Der Polterabend ist ein Fest, das der Bräutigam als "Junggesellenabschied" kurz vor dem Hochzeitstag mit seinen Freunden feiert. Alkohol und Scherze gehören dazu. Das Wort kommt 1534 in Sebastian Francks "Weltbuch" vor, 1517 hieß es "Pulternacht". Früher wurden irdene Töpfe zerbrochen, und es war Aufgabe des Bräutigams, die Scherben wegzuräumen. Nach landläufiger Meinung heißt es "Scherben bringen Glück". In einem modernen Ratgeber liest man: "Je mehr Polterscherben, um so besser für das Brautpaar. Aber Vorsicht: Die Polterscherben dürfen nur aus Steingut oder Porzellan bestehen. Glas, Symbol für das Glück, darf nicht zum Poltern benutzt werden." 

Moderne Formen sind der Polterabend, bei dem Braut und Bräutigam anwesend sind (und gemeinsam die Scherben kehren) oder eine "Polterhochzeit". Diese ausgelassene "After-Party" gibt die Möglichkeit, Freunde ohne die Förmlichkeiten einer Hochzeitstafel einzuladen. 

In jedem Fall spielt(e) Lärm eine Rolle, nicht nur beim Zerbrechen des Geschirrs. Früher veranstaltete man dem Bräutigam eine Katzenmusik und machte auch anderen Lärm, wie Peitschenknallen. Eine moderne Variante ist es, bei der Hochzeit Blechdosen an das Auto des Paares zu binden.


Quellen:
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 646
Isabella Bogner-Bader: Das Hochzeits-ABC. Wien o.J. S. 72
Susan Lippe: Hochzeitsbräuche. Niederhausen/Ts. 1997. S. 35