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Pummerin - ABC zur Volkskunde Österreichs - Alltagskultur

Pummerin#

Pummerin

Die Pummerin im Stephansdom, ist die größte Glocke Österreichs und - die weltweit zweitgrößte freischwingend läutbare Kirchenglocke. Sie hat einen Durchmesser von 314 cm, ist 294 cm hoch und wiegt 21.383 kg. Ihr Schmuck zeigt sechs Türkenköpfe, Bildreliefs der Madonna und des Dombrandes von 1945 sowie eine Weihe-Inschrift mit Wappen. Die Pummerin läutet traditionell das neue Jahr ein und erklingt sonst nur an hohen Festtagen (Osternachtfeier, Ostersonntag, Pfingstsonntag, Fronleichnam, Domweihfest, Allerseelen, Heiliger Abend, Stephanitag) und zu besonderen Ereignissen (Wahl und Tod des Papstes, Inthronisation und Tod des Erzbischofs). 1951 aus den Trümmern der alten Pummerin in St. Florian (Oberösterreich) gegossen, wurde sie nach der Weihe im April 1952 zum ersten Mal angeschlagen und fand fünf Jahre später ihren Platz im Nordturm. 

Ihre Vorgängerin hing im hohen Turm von St. Stephan und stürzte beim Dombrand 1945 ab. Johann Achamer hatte sie 1711 aus dem Metall der anno 1683 erbeuteten türkischen Kanonen hergestellt. Erstmals ertönte sie zum Einzug Kaiser Karl VI. (1685-1740) nach seiner Kaiserkrönung (1712), zum letzten Mal zu Ostern 1937. Mit 22.511 kg war sie schwerer als die "neue" Pummerin.

Im März 2011 erhielt die Pummerin einen neuen, 3 m langen Klöppel.


Quellen:
Helga Maria Wolf: Das neue BrauchBuch. Wien 2000. S. 65 f.
Klöppel

Bild: Die alte Pummerin im Südturm des Stephansdoms. Wien 1933