Rahmen#

Tellerrehm

Rahmen (Rehm - ahd. rama, Säule, Stütze) finden sich als konstruktives Element bei Häusern und Möbeln, und als Dekorationen. Das Wörterbuch der deutschen Volkskunde beschreibt den eichenen "Rähmen" als Schutz über der Feuerstelle des Bauernhauses: "Ursprünglich brannte das Feuer auf dem gepflasterten Boden oder in einer Vertiefung. Dann wurde die Feuerstelle an die Abschlusswand der Diele geschoben und aufgemauert. Schließlich wurden Funken und Rauch von einem hölzernen Kasten, dem Rähmen, aufgefangen und abgeleitet." Als Tellerrehm bezeichnete man eine an die Wand angebrachte Halterung für das Geschirr (Schüsselkorb). 

Rahmungen finden sich als bunte Musterbänder schon in den Pharaonengräbern. Die altgriechische Architektur verwendete Akanthus oder Perlschnur als Elemente der Fassadengliederung. Auch Inschrifttafeln erhielten dekorative Umrahmungen. Im Mittelalter waren Bild und Rahmen häufig "aus einem Holz geschnitzt", wie die Darstellungen der Flügelaltäre. Die Renaissance brachte die Trennung des Bildes vom Rahmen, der auch allein beträchtlichen Wert erreichen konnte. Geschnitzte und vergoldete Bilderrahmen der Barockzeit kosteten manchmal mehr als das Gemälde. Das Rokoko brachte die Mode, scheinbar schwerelos tanzende Rahmen ohne Bilder an die Wand zu hängen. Charakteristisch für Biedermeierrahmen war die Betonung der Ecken durch schwarzes Holz und Metallrosetten. Der Jugendstil machte die Bilderrahmen mit floralen oder geometrischen Dekorationen noch einmal zu eigenständigen Kunstwerken.


Quellen:
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 659f.
Michaela Preiner: Die Bilderrahmen fielen nicht vom Himmel. Graz 2002

Bild: Tellerrehm mit ländlicher Keramik. Foto Alfred Wolf, 1980