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Rau(ch)nächte#

Weihrauchgefäß. Foto: Doris Wolf
Weihrauchgefäß. Foto: Doris Wolf

Mit dem Dreikönigstag (6. Jänner) enden die zwölf Rau(ch)nächte, die zu Weihnachten begonnen hatten. (Regional, wie in Tirol oder Bayern zählte man sie schon ab dem alten Thomastag, 21.12., abends). Sie sind wohl nach dem Ausräuchern benannt, das seit dem Spätmittelalter Haus und Hof Segen bringen und Unheil abwehren sollte. Auf eine Schaufel oder in eine Pfanne gibt man Glut und dazu Weihrauch, Wacholder, geweihte Kräuter oder Teile des Palmbuschens. Betend und segnend ging der Hausvater, begleitet von Familie und Gesinde, damit durch den ganzen Bauernhof, oft wurde Weihwasser ausgesprengt. Ein Salzburger Spruch dazu lautet: "Glück herein, Unglück hinaus". Die Rauhnächte galten als unfallträchtig. Es bestanden Arbeitsverbote für Tätigkeiten wie Holzspalten, Pferde beschlagen, Forstarbeiten, Schlachten. Man sollte auch keine Wäsche waschen bzw. zum Trocknen aufgehängt lassen.


Quellen: 
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde (Hg. Beitl). Stuttgart 1974. S. 665
Helga Maria Wolf: Österreichische Feste & Bräuche im Jahreskreis. St. Pölten 2003. S. 15
Räuchern OÖ