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Schanigarten#

Schanigarten

Über den Schanigarten schrieb der Direktor des Österreichischen Museums für Volkskunde, Arthur Haberlandt (1889-1964): "Die volkstümliche - wienerische - Bezeichnung für ein mit Efeuspalieren, bisweilen auch Oleanderbäumen in grün gestrichenen Kisteln und Kübeln abgefriedetes Vor- oder Hofplatzel bei Gastwirtschaften. ... Dem Efeu schrieben die Alten kühlende Einwirkung gegen Rauschigkeit zu, dem Oleander besondere (giftige) Abwehrwirkung gegen Maultiere; Hunde, Mäuse und anderes Geziefer (Dioskurides). Die Blätter des Oleander gaben zusammen mit Raute auch eine Würze des Weins." 

Aktuell beginnt die Saison für die Wiener Schanigärten im März und wird vom Bürgermeister und Ehrengästen unter großer Medienpräsenz eröffnet. Derzeit gibt es in Wien mehr als 2500 Schanigärten, die gesetzlichen Richtlinien unterliegen, u.a. 

  • Die verbleibende Gehsteigbreite soll nach Möglichkeit mindestens 1,5 m betragen. Jedenfalls soll - unter Beachtung des lokalen Fußgängeraufkommens - auf die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs Rücksicht genommen werden. 
  • Der Schanigarten darf nicht weiter als 15, in Ausnahmefällen bis 20 Meter vom Betrieb entfernt sein. 
  • Für Schanigärten sollen grundsätzlich keine Fahrbahn (Parkspur) verwendet und keine baulichen Veränderungen insbesondere Gehsteigverbreiterungen, vorgenommen werden. 
  • Schanigärten werden ausschließlich an Träger gastgewerblicher Konzessionen sowie an Konditoreien vergeben. 
  • Bei der Errichtung von Schanigärten ist auf die Bedürfnisse der Bewohner in der näheren Umgebung Rücksicht zu nehmen (z.B. Lärmbelästigung durch illuminierte Gäste nach der Sperrstunde).

Quellen:
Arthur Haberlandt: Taschenwörterbuch der Volkskunde Österreichs. Wien 1953. Bd. 1/S. 98 f.
Innere Stadt

Bild: Schanigarten mit blühenden Oleander-Bäumen, Wien 1. Foto: Helga Maria Wolf, 2009