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Wien 21 - Floridsdorf #

Das Rathaus von Floridsdorf. Am Spitz. Wien. Handkoloriertes Glasdiapositiv um 1910
Das Rathaus von Floridsdorf. Am Spitz. Wien. Handkoloriertes Glasdiapositiv um 1910
© IMAGNO Öst. Volkshochschularchiv

Der 21 grenzt an den 22., jenseits der Donau den 19. und 20. Bezirk und an Niederösterreich. 2015 hat Floridsdorf eine Fläche von 4.444,3 ha und 151.844 BewohnerInnen.

Floridsdorf war bis 1904 eine selbstständige Ortsgemeinde am linken Donauufer. 1786 hatte das Stift Klosterneuburg unter Probst Floridus Leeb Grundstücke entlang der Schlosshofer und Brünner Straße an Siedler vergeben und damit den Grundstock zu einer Gemeinde gelegt. 1837 begann in Floridsdorf das Eisenbahnzeitalter Österreichs durch Probefahrten mit dampfbetriebenen Lokomotiven nach Deutsch-Wagram. Die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn wurde bald zur wichtigsten Bahnlinie der Monarchie. Seit 1869 bestand in der Brünner Straße die "Wr. Locomotiv-Fabriks AG", die ein Jahrhundert lang in Betrieb war. Nach der Eingemeindung der Vororte als 11. bis 19. Bezirk wollten die Liberalen Gemeinderäte eine von Wien unabhängige niederösterreichische Hauptstadt etablieren. Daher schlossen sich 1898 die Gemeinden Floridsdorf, Donaufeld, Jedlesee und Neujedlersdorf zur "Großkommune Floridsdorf" zusammen. Die imposante Pfarrkirche auf dem Kinzerplatz, der "Dom von Donaufeld", ist dem Landespatron von Niederösterreich, dem hl. Leopold, geweiht. Doch wurde Floridsdorf mit den angrenzenden Gemeinden Ende 1904 ein Teil Wiens. Floridsdorf, Donaufeld, Jedlesee, Neujedlersdorf, Aspern, Hirschstetten, Kagran, Leopoldau, Stadlau, Teile von Breitenlee, Groß-Enzersdorf, Großjedlersdorf, Langenzersdorf, Mannswörth, Stammersdorf und Strebersdorf bilden seither den 21. Bezirk.

Von den Jahresbräuchen, die heute noch zum Teil im Marchfeld bestehen, pflegte man in Floridsdorf die Markusprozession um das Dorf, bei der der Pfarrer die Felder segnete. Am Nachmittag ging der Gemeindeausschuss zum Lewerbessern oder Gmarischauen, um die Gemeindegrenzen zu bestätigen. Die Bauern hatten zwei spezielle Feiertage: den Feuerfeita (Floriani, 4. Mai) - an dem die Feuerwehr mit der Fahne zum Gemeindehochamt ausrückte -und den Schauerfeita (Tag des hl.Veit, 15. Juni). Zu Martini (11.11.) feierte man mit Martinibratl (Schweinefleisch) und Martiniwein. Um 15 Uhr erklang vom Kirchturm das "Dreiläuten".

Quellen:
Wien in Zahlen, 2015
Helga Maria Wolf: Sehnsucht nach dem Alten Wien. Wien 2014
Edgar Weyrich: Der Politische Bezirk Floridsdorf-Umgebung. Wien 1924