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Wien 5 - Margareten #

Der Matzleinsdorferplatz in Margareten. Im Hintergrund der querende Margaretengürtel, die Viadukte der Südbahn und der Protestantische Friedhof. Wien V. Handkoloriertes Glasdiapositiv. Um 1910.
Der Matzleinsdorferplatz in Margareten. Im Hintergrund der querende Margaretengürtel, die Viadukte der Südbahn und der Protestantische Friedhof. Wien V. Handkoloriertes Glasdiapositiv. Um 1910.
© IMAGNO/Öst. Volkshochschularchiv

Nachdem die auf dem Gebiet des heutigen 5. Bezirks gelegenen Vorstädte gemeinsam mit der Wieden eingemeindet worden waren, wurden sie 1861/62 zum eigenen Bezirk. 1874 trennte man die südlich des Linienwalls gelegenen Gebiete von Margareten ab. Sie kamen zu Favoriten, das deshalb umgangssprachlich "10. Hieb" heißt. Die Grenze zu Meidling ("Neu-Margareten") wurde erst 1907 festgelegt. Innerhalb des Linienwalls befanden sich die Vorstädte Margareten, Hundsturm, Laurenzergrund, Matzleinsdorf, Nikolsdorf, Reinprechtsdorf und Hungelbrunn. Der 5. grenzt an den 4., 6., 10. und 12. Bezirk. 2015 hat Margareten eine Fläche von 201,2 ha und 54.246 BewohnerInnen.

Die Besiedlung der Vorstadt rund um das Margaretner Schloss (Margaretenplatz) reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück. Sie hieß ursprünglich Matzleinsdorf und erhielt den Namen - nach der Patronin der gotischen Schlosskapelle - erst 1530. Der um den Herrschaftssitz entstehende Gutsweiler entwickelte sich nur langsam zur Vorstadt, nachdem er in der Zweiten Türkenbelagerung (1683) zerstört worden war. Mit der Übernahme durch die Stadt Wien 1727 wurden die bisherigen Gärten weitgehend verbaut. 1769 erfolgte in Anwesenheit der Monarchen Maria Theresia und Joseph II. die Weihe der Josefskirche (Schönbrunner Straße 50). Die Margaretner Pfarrkirche war das Gotteshaus des Armenhauses "Sonnenhof", einem früheren Meierhof des Margaretner Schlosses. An der historischen Orgel der Josefskirche hatte Franz Schubert gespielt, der hier 1828 eingesegnet wurde. Die alte Matzleinsdorfer Kirche (Wiedner Hauptstraße bei 105) zum hl. Florian war als „Rauchfangkehrerkirche" bekannt, weil die Rauchfangkehrer hierher zu ihrem Patron Prozessionen abhielten. Der 1725 vollendete schlichter Barockbau stand in der Straßenmitte. Troz Widerstand der Bevölkerung wurde sie 1965 "aus Verkehrsrücksichten" abgetragen.

Quellen:
Wien in Zahlen, 2015
Helga Maria Wolf: Sehnsucht nach dem Alten Wien. Wien 2014
Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien