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Stadtumgang#

In Wien war der Stadtumgang zu Fronleichnam mit höchsten geistlichen und weltlichen Würdenträgern von besonderer Pracht. Die Zünfte wetteiferten in der Reihenfolge der Prozession, die Wiener sprachen vom "Hofball Gottes".

1908 heißt es im Prachtband "Wien im Zeitalter Kaiser Franz Josephs I.": "Der größte kirchliche und weltliche Prunk wird seit jeher von der bei St. Stephan ausgehenden Prozession entfaltet. Ausnahmsweise ist dann das Riesentor geöffnet und wenn schönes Wetter herrscht, bewegt sich eine glänzende Prozession durch die Kärntner Straße auf den Neuen Markt, wo das erste Evangelium gelesen wird, dann über den Lobkowitzplatz (zweites Evangelium)durch die Augustinerstraße über den Josephsplatz auf den Michaelerplatz (drittes Evangelium), über den Kohlmarkt und Graben (viertes Evangelium)zur Stephanskirche zurück. Während die Prozession unterwegs ist, werden mehrmals Salven abgegeben. ... Züge von Waisenknaben eröffnen den "Umgang", dann folgt die Geistlichkeit, hierauf die Ordensritter, welchen sich die Generalität und die hohen Würdenträger des Staates anreihen, dann die Stadt- und Gemeinderäte, die Vizebürgermeister und der Bürgermeister. Die hohen geistlichen Würdenträger gehen vor dem "Himmel", unter welchem der Erzbischof das Allerheiligste trägt, und nun schreitet, von seinen Garden umgeben, der Kaiser einher, gefolgt von den Erzherzogen und dem Hofstaat."

2013 feierte die Dompfarre das 650-Jahr-Jubiläum des Stadtumgangs, an dem sich zahlreiche Gläubige beteiligten. Unter den Delegationen waren Ordensritter, Universitätsprofessoren, Coleurstudenten, Goldhaubenfrauen und katholische Vereine. Der Erzbischof predigte beim Altar vor der Michaelerkirche, der zweite befand sich bei der Pestsäule am Graben.

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Stadtumgang, Fronleichnam 2013. Fotos: Doris Wolf