Symbol#

Symbol

Ursprünglich meinte Symbol die auseinander gebrochenen Teile eines Ganzen. Durch Zusammenfügen (gr. symballein) konnte es als Erkennungszeichen dienen. Der Besitzer eines Teiles wies sich als Bote, Gastfreund oder Vertragspartner aus.

Symbole geben dem Festgeschehen Sinn, sie verweisen auf den Lebenszusammenhang und die zugrunde liegende Geschichte. Wofür ein Symbol steht, ist nur im Kontext verständlich. Die Deutung erfolgt aufgrund kultureller und individueller Erfahrung. Selbst einfache (elementare) Symbole wie Wasser oder Feuer sind ambivalent (Feuer wärmt und zerstört, Wasser erfrischt und vernichtet). 

Persönliche Symbole sind nicht allgemein zugänglich (z.B. bestimmte Blumen, die man einander schenkt, gruppenspezifische Zeichen). Der evangelische Theologe Karl-Heinrich Bieritz meint, Inhalte und Gestaltung von kulturellen Inszenierungen und Gottesdiensten sollten nicht zu stark in die Nähe des Klischeehaften statt des Symbolhaften gebracht werden. Das Klischee sei ein Symbol, dem man seine Vielstimmigkeit, seine Wiedersprüchlichkeit und Fremdheit nehme, indem man es auf eine einzige Bedeutung festlege.

Um die Sprache der Symbole zu verstehen, muss man sie erlernen, z.B. die Umgangsformen bestimmter Kulturen. Zahlreich sind die christlichen Symbole wie Auge Gottes, Jesus- und Marienmonogramm, Alpha und Omega. Glückssymbole zu Neujahr sollen ein gutes Omen sein. 


Quellen:
Helga Maria Wolf - Rudolf Pacik: Workshop "Die Sprache der Zeiten", Großstadtsymposion Wien 2001.
Sarah Kubin: Ritual der Individualisten. Tübingen 2009. S. 85
Bild: Auge Gottes, Vignette von "Kräftiges Morgengebet". Einblattdruck 19. Jahrhundert. Gemeinfrei