Tapete#

Die Geschichte der Tapete beginnt, wie so viele, bei den Chinesen. Sie verwendeten als erste bemalte Papierbahnen als Wandschmuck. Durch ostindische Handelskompanien kamen Tapeten im 16. Jahrhundert nach Europa. Zuvor ließen hier Adelige die Wände ihrer Schlösser mit wertvollen Stoffen verkleiden. Um 1750 begann man in England und Frankreich, Stoffdruckverfahren auf Papier anzuwenden.

Die erste deutsche Tapetendruckerei entstand 1789 in Kassel. Dort befindet sich auch - als Teil des Hessischen Landesmuseums - das weltweit größte Tapetenmuseum mit 18.000 Exponaten aus 400 Jahren. Zu den ältesten Exemplaren zählen Tapeten aus feinstem Ziegen- und Schafleder mit geprägten Ornamenten. Die polierten und bemalten Häute waren mit Blattsilber, Safran und Öl grundiert, wodurch die Oberfläche golden schimmerte. Im 19. Jahrhundert wurden außer Mustern ganze Panoramen, Landschaften oder Theaterszenen im Handdruck angebracht. Die um die Jahrhundertmitte aufkommenden Tapetendruckmaschinen ermöglichten die Massenproduktion als "Buntpapier". Ein klassisches Muster war, wie schon zuvor bei den Wandbespannungen aus Damast, die Ananas.

In Wien nannte man die Hersteller von Tapeten Spaliermacher. Dass man in diesem Beruf zu Wohlstand gelangen konnte, zeigt das Beispiel des Hofspaliermachers Martin Fritz. Er besaß am Spittelberg (Wien 7) das Große (mit 6 Stiegenhäusern) und das Kleine Spaliermacherhaus und stiftete 1689 die Dreifaltigkeitssäule bei der Ulrichskirche.

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Barocktapeten in Schloss Hof, NÖ Fotos: Doris Wolf 2012


Quellen:
Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Wien 1992-1997. Bd. 5 / S. 256
SammlerJournal, Schwäbisch Hall 1984, S. 882 f.
Tapetenmuseum