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Tee- und Weihnachtsbäckerei#

Foto: Doris Wolf
Foto: Doris Wolf

Diese Bäckereien zählen zum Kulinarischen Erbe Österreichs.Tee- und Weihnachtsbäckereien sind kleine, knusprige oder mürbe Feinbackwaren, die aus Mürbteig, Lebkuchenteig, Makronenmasse etc. zubereitet und z.B. mit Schokolade, Nüssen, Marmelade oder Marzipan verfeinert werden. Die Teige für die Weihnachtsbäckerei sind meist noch etwas üppiger und mehr gewürzt als die der Teebäckerei, u. a. mit Vanille, Zimt, Muskat, Kardamom und Nelken. Beide sind relativ lange haltbar.

Teegebäck entwickelte sich parallel mit dem Konsum von Tee, Kaffee und Kakao. Nach der Gründung des ersten Wiener Kaffeehauses (1684) entstand eine Reihe von Gebäckarten und -formen, die mit ihren Zutaten und Füllungen den Genuss des Kaffees steigern sollten. Damen der gehobenen Gesellschaft boten bei ihren privaten Kaffeekränzchen gerne Kekse an. Bis in das 19. Jahrhundert blieben Konditorwaren auf Grund der hohen Preise von Zucker, Mandeln und Kakao Luxus. Die Herstellung in den Haushalten wurde erst möglich, nachdem billigere Rohstoffe und entsprechende Küchenherde der Allgemeinheit zur Verfügung standen. Zuckerfabriken gab es in Österreich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Oetker-Backpulver in Päckchen für den Hausgebrauch kam um 1890 in den Handel. Eiserne Kochmaschinen mit Backrohren wurden seit den 1860-er Jahren serienmäßig hergestellt.

Typische Tee- und Weihnachtsbäckereien:

  • Florentiner sind meist runde Plätzchen von 4 bis 9 cm Durchmesser. Der Teig besteht aus Mandeln, Honig, Zucker, Butter, Obers und Aranzini (Orangeat). Der Boden ist in Kuvertüre (Tunkmasse) getaucht.
  • Hausfreunde: Diese Keks sind meist viereckig mit kandierten Früchten darin.
  • Für Husarenkrapferl formt man Mürbteig zu Kügelchen mit einer Vertiefung in der Mitte, die mit Marmelade gefüllt ist.
  • Ischler Törtchen wurden in den 1950er Jahren vom Konditormeister Richard Kurth (1908 -1970), dem damaligen leitenden Konditor der Konditorei Zauner in Bad Ischl (Oberösterreich) kreiert. 1958 erhielt er dafür bei der Weltausstellung in Brüssel eine Goldmedaille. Sie bestehen aus zwei Mürbteigscheiben, die mit Parisercreme oder Schokoladebuttercreme und Marmelade gefüllt, in Kuvertüre getaucht und mit halbierten Mandeln verziert werden.
  • Linzer Augen bestehen aus zwei Scheiben Mürbteig, mit einer Schicht (Ribisel-) Marmelade dazwischen. Die obere Scheibe hat je nach Größe ein oder drei Löcher, durch die man die Marmelade sieht.
  • Linzer Kipferl werden aus Mürbteig ausgestochen, mit Marmelade zusammengesetzt und die Spitzen in Schokoladeglasur getunkt.
  • Makronen (maccherone - feiner Teig), ein Gebäck aus Mandeln, Zucker und Eiklar, sollen in venetianischen Klosterbäckereien entstanden sein. Im 16. Jahrhundert brachte sie die aus Florenz stammende Königin Katharina von Medici (1519 - 1589) nach Frankreich. In Wien heißen Makronen Mandelbusserl und Kokosmakronen Kokosbusserl.
  • Vanillekipferl zählen zu den wichtigsten Weihnachtsbäckereien. Ihre Erfolgsgeschichte begann nach der Erfindung des synthetisch hergestellten Vanillin-Aromastoffes 1874.

Quelle: Kulinarisches Erbe