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Totengedenken#

--> Grabschmuck

Gräbersegnung, Wien 2013. Foto: Doris Wolf
Gräbersegnung, Wien 2013. Foto: Doris Wolf

Bis ins 20. Jahrhundert war es üblich, dass Angehörige von Verstorbenen ein halbes Jahr lang schwarze Trauerkleidung (auch schwarze Strümpfe) oder zumindest einen Trauerflor am Ärmel trugen. In ländlichen Gebieten wurde die Trauertracht als äußlicheres Zeichen des Totengedenkens streng beachtet. So heißt es 1889 aus dem Land Salzburg: "Sehr alterthümlich, aber dem Verschwinden nahe ist der Traueranzug der Weibsleute im Gebirge. Hohe Spitzhüte, darunter eine weiße Haube Vom Haupt bis zu den Knien hüllt ein weißes Leintuch, unter dem Kinn zusammengeheftet, die Gestalt ein, darunter ragt der schwarze Kittel mit dem schwarzen Fürtuch (Schürze) hinab und man sieht die weißen Strümpfe und niederen Schuhe. Die Halbklage' oder mindere Trauer gestattet den schwarzen Hut, weißen Halskragen, eine weiße über der schwarzen Schürze und ein vom Haarbund nach rückwärts hinabhängendes weißes Tuch; der Kittel' und das 'Röckel' (Spenser) sind schwarz."

Die Internet-Plattform „Aspetos“ bietet online ein Forum für Trauernde an. Mehr als 100 Bestattungsunternehmen sowie Angehörige verwandter Berufe (Trauerredner, Gärtner, Steinmetze...) unterstützen das Service. Die Parte wird veröffentlicht, Gedenkkerzen können angezündet und Einträge in das Kondolenzbuch geschrieben werden. Die Kerzen erlöschen nach einiger Zeit.

In Niederösterreich ändert sich 2015 das Bestattungsgesetz. Demnach darf die Urnenbeisetzung jetzt auch im eigenen Garten oder auf ausgewiesenen Naturbestattungsanlagen (Auf Wiesen oder in Friedwäldern) stattfinden, die von Gemeinden oder Religionsgesellschaften betrieben werden. Die Wasserbestattung ist in biologisch abbaubaren Urnen erlaubt (nicht jedoch das Verstreuen der Asche).

Am Nachmittag des ersten Sonntags nach Allerheiligen versammeln sich die Mitglieder des Fischervereins Wien-Albern, um ein von ihnen gebautes Floß, geschmückt mit Kränzen, Blumen und brennenden Kerzen, beim Friedhof der Namenlosen zu Wasser zu lassen. Auf dem Floß befindet sich ein symbolischer Grabstein mit der Inschrift "Den Opfern der Donau" und der in den Sprachen Deutsch, Tschechisch und Ungarisch verfassten Bitte, das Floß, wenn es am Ufer hängen bleiben sollte, einfach weiterzustoßen. Der Prozession zieht, begleitet von einer Musikkapelle, zur Donau. Mit einem Boot bringen die Fischer das Floß in die Mitte des Stroms, um es zum Gedenken an die anonymen Opfer des Donaustroms den Fluten zu übergeben.

Quellen:
Aspetos
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild (Kronprinzenwerk), Band VI, Oberösterreich und Salzburg. Wien 1889. S. 439