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Tresterer#

In den Salzburger Gemeinden Stuhlfelden, Unken, Zell am See und neuerdings Bruck an der Glocknerstraße laufen am Dreikönigstag die Tresterer (trestern = stampfen) von Haus zu Haus. Voran der Hanswurst, dann die Schiachperchten und schließlich die Schönperchten. Sie führen in der Stube einen rhythmischen Stampf- und Sprungtanz auf. Die Tanzfiguren werden von einem Teil der Forscher mit einer alten Art des Getreidedreschens erklärt. Andererseits steht das Schuhplatteln wohl im Zusammenhang mit der Wiedereinführung des Brauches im Jahr 1912. Ein Jahrhundert später (2013) wurde der Pinzgauer Tresterertanz in die UNESCO-Liste des immatriellen Kulturerbes aufgenommen.

Die Tresterer tragen Jacken und Kniehosen aus rotem Brokat, einen breiten Ledergürtel mit Federkielstickerei (Ranzen) und schwarz-rote Schuhe. Die weißen Stutzen zieren goldene Bänder. Der Kopfschmuck ist ein Kranz aus glitzernden Pailletten, aus dem lange weiße Hahnenfedern ragen und an dem rote, weiße und goldene Seidenbänder hängen. Die Kostüme sind jenen der Handwerkertänze ähnlich, die es zur Renaissancezeit in allen europäischen Städten gab. Die Verwendung wertvoller Stoffe in den Farben Gold, Rot und Reinweiß verweist auf Reichtum. 

Schon im frühen 19. Jahrhundert zeigte sich der Einfluss des Tourismus - die Akteure standen in Kontakt mit Bayern, dessen Trachten- und Heimat-Vereine damals besonders aktiv waren. Ein Jahrhundert später zeigten pflegerische Tendenzen Auswirkungen auf das Brauchgeschehen. Man bemühte sich nun, alles möglichst "echt" vorzuführen, wobei es zu Veränderungen kam, etwa zur Ablöse des Faschingstermin durch Dreikönig. Abzulehnen ist jedenfalls die Deutung als "ur- und naturkultischer Segensbrauch". Die Salzburger Ethnologin Ulrike Kammerhofer-Aggermann verweist auf Ähnlichkeiten der Tresterer mit italienischen Karnevalstänzern, spanischen und baskischen Mauriskentänzern.


Quelle: CD-ROM "Im Winter und zur Weihnachtszeit". (Hg. Lucia Luidold, Ulrike Kammerhofer-Aggermann) Salzburger Beiträge zur Volkskunde 13. Salzburg 2002
UNESCO