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Würfelspiel#

Wuerfelspiel

Griechen und Römer pflegten zu den Saturnalien (17. bis 23. Dezember) das Würfelspiel mit kleinen Knochen oder Steinchen (tali). Das Wort "Knobeln" stammt aus dem Wortschatz der Studenten und bezeichnete ebenfalls einen kleinen Knochen. Der lederne Knobelbecher enthält mehrere Würfel für das Glücksspiel. Je höher die Anzahl der Augen, umso besser. Im Mittelalter und in der Renaissance war das Würfeln weit verbreitet und als Glücksspiel von der Kirche verboten, obwohl es auch Mönchen gefiel. Aus Wien ist überliefert, dass man 1267 im Sankt-Stephans-Friedhof das Würfelspiel pflegte, 1296 wurden die "Lotterbuben" aus allen Friedhöfen Wiens verbannt. 

Das "Kinderspielbild" von Pieter Bruegel d.Ä. (1560) zeigt mit Knöchelchen würfelnde Mädchen. Jetzt werden Würfel mit abgeschrägten Ecken und mit einem bis sechs Augen auf jeder Seite verwendet. 

Die bekannteste Redensart ist "Die Würfel sind gefallen" (Alea iacta est), ein Zitat Caesars, als er im Jahr 49 v. Chr. den Entschluss gefasst hatte, über den Rubicon zu gehen. Vom Würfelspiel kommt "Einen guten (großen) Wurf machen", ebenso: "Zwei Würfe mit einem Stein tun wollen" (mehrere Ziele verfolgen).


Quellen:
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 986
Karl Brunner, Petra Schneider (Hg.): Umwelt Stadt. Wien 2005. S. 503
Lutz Röhrich: Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Freiburg/Br. 1992. Bd 3/ S. 1746 f.

Bild: Würfelspiel, Postkarte 19. Jahrhundert. Gemeinfrei


Siehe auch:
--> Würfler