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Walnuss#

Walnussbaum. Foto: Alfred Wolf
Walnussbaum. Foto: Alfred Wolf

Die Echte Walnuss (Juglans regia) ist ein sommergrüner Laubbaum, der bis 30 Meter hoch und 150 Jahre alt wird. Nussbäume beginnen nach 10 bis 20 Jahren Früchte zu tragen. Diese reifen Ende September und sind der Hauptgrund ihrer Kultivierung. Das Holz des Stammes und der Wurzel dient zur Herstellung hochwertiger Möbel, Furniere und Gewehrschäfte. 

Die Echte Walnuss ist bereits für das Tertiär belegt. Das Erzeitalter begann vor 65 Millionen Jahren und dauerte bis zum Beginn der Klimaveränderung vor rund 2,6 Millionen Jahren. Funde deuten auf die Verwendung der Walnuss als Nahrungsmittel seit 9.000 Jahren hin. Plinius (23-79) berichtete in seiner Naturalis historia, dass die Griechen im 7. bis 5. Jahrhundert v. Chr. Nüsse nach Europa brachten. Der Baum wird seit römischer Zeit in weiten Teilen Süd-, West- und Mitteleuropas kultiviert. Die Capitularien Karls des Großen ordneten das Pflanzen von Nussbäumen an. Ihre Früchte werden in vielen Speisen verwendet und Nussöl daraus gewonnen. 

Die Weltjahresproduktion an Walnüssen liegt bei 600.000 Tonnen, an erster Stelle der Produzenten steht Kalifornien (USA)mit 220.000 t, gefolgt von China (18.000 t) und der Türkei (70.000 t). Die kalifornischen Nüsse gedeihen auf 80.000 ha Plantagen und werden maschinell geerntet. Ein Baum kann ein Jahrhundert lang tragen, durschnitlich 4000 Früchte im Jahr. Die Nüsse enthalten reichlich ungesättigte Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine, Lecithin und Magnesium. Sie fanden seit der Antike medizinische Verwendung. Nach neuesten Erkenntnissen steigert der Nussgenuss die Konzentrationsfähigkeit und steigert die Herzgesundheit.  

Als Symbol der Fruchtbarkeit spielte die Walnuss in den römischen Hochzeitsbräuchen eine Rolle. Der Bräutigam warf diese unter die Gäste und Zuschauer. Ein heller Klang beim Aufprall galt als gutes Omen für die Ehe. In der Steiermark sagt man: "Viele Nüsse - viele Buben". Hingegen gab das Christentum der Nuss andere Bedeutungen: Der Kern sei das Fleisch Christi, das in der Schale von Marias Schoß entstand. Die Kirche selbst werde durch die Nuss symbolisiert, da sie „ihre süße Tugend heimlich tief im Herzen unter einer festen Schale bewahrt“. Der Kirchenlehrer Augustinus (354-430) sah in der scharf schmeckenden Hülle die bitteren Leiden Jesu und in der harten Schale das Holz des Kreuzes, das ewiges Leben ermöglicht. Nusszweige über dem Haustor sollten den Blitz abhalten. Nussbäume gelten als schwer brennbar und wurden deshalb in den Dörfern als Brandschutz gepflanzt. Walnusslaub war Teil des Fronleichnamsgrüns. Bei den Faschingsbräuchen in Bad Aussee (Steiermark) werfen die kostümierten Akteure (Flinserl) Nüsse unter die Kinder aus. Diese müssen Sprüche aufsagen, die mit "Nuss, Nuss" enden. Im südlichen Weinviertel (Niederösterreich) haben sich 14 Gemeinden zur "Ge(h)nussregion" zusammengeschlossen. 

In Sprichwörtern heißt es: "Jemanden eine harte Nuss zu knacken geben" (eine schwere Aufgabe stellen). "Knacknüsse" sind Rätsel, "eine taube Nuss" etwas Wertloses, eine "Kopfnuss" ein Stoß. Etwas wird "in der Nuss(schale)" zusammengedrängt, konzentriert.


Quellen:
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 932 f.
Lutz Röhrich: Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Freiburg/Br. 1992. Bd. 2/S. 1104 f
Wikipedia:Echte Walnuss (Stand 18.8.2008)
Weinviertel Süd
Kalifornien