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Wassersport#

Schwimmschule, Wien 9, 19. Jh. Gemeinfrei
Schwimmschule, Wien 9, 19. Jh. Gemeinfrei

Für die meisten Wiener war Schwimmen etwas Sensationelles, als 1781 ein Tiroler Schwimmkünstler am Tabor eine entgeltliche Vorführung ankündigte. Ärzte und Schriftsteller der Aufklärung waren die ersten, die sich für das Baden in freien Gewässern einsetzten. Wie der Stadtphysikus Johann Pascal Ferro (1783-1809) und der Direktor des Allgemeinen Krankenhauses Johann Peter Frank (1745-1821) waren sie von den gesundheitsfördernden Wirkungen des kalten Wassers überzeugt. Dr. Ferro betrieb ein Badeschiff am Fahnenstangenwasser (Wien 2). 1810 befanden sich ein "offenes Freibad", 1813  die k. k. Militärschwimmschule in der Nähe. Um die Jahrhundertmitte entstanden Hallenbäder (1842 Dianabad, 1846 Sophienbad, 1855 Leopoldstädter Bad). Langsam entwickelte sich eine eine Bademode. Anfang des 20. Jahrhunderts baute die Gemeinde Wien repräsentative Hallenbäder (1914 Jörgerbad, 1926 Amalienbad) und Dutzende Kinderfreibäder. Derzeit betreibt sie fünf Hallenbäder, sieben Kombibäder, 10 Sommerbäder und 10 Familienbäder (für Kinder). 

Der Rudersport kam Mitte des 19. Jahrhunderts aus England nach Wien. Zunächst ruderte man mit selbst gebauten Booten in den Donauarmen. Die ersten Vereine entstanden in den 1860er- Jahren. Neben dem Rennrudern in festgelegten Bahnen entstand nach der Donauregulierung das Partienrudern. Dabei wurden kilometerweise Strompartien nach Tulln und Hainburg unternommen. Im 20. Jahrhundert brachten die Anlage der Donauinsel und der Kraftwerke Änderungen, seit 1990 besteht bei der Steinspornbrücke (Neue Donau) ein Ruderzentrum. 

Der Segelsport mit selbst gebauten Booten etablierte sich nach der Donauregulierung in der Alten Donau. Segelklubs entstanden in den 1880er- Jahren.


Quellen:
Ausstellungskatalog "Das Bad". Wien 1991
Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Wien 1992-1997. Bd. 5/S. 2, 193
Ernst Gerhard Eder: Bade- und Schwimmkultur in Wien. Wien 1995
Wiener Bäder
Bademode