Wunsch#

Wunsch

Im Zauberglauben ist Wünschen gleichbedeutend mit Beschwören. Heutzutage werden viele Wünsche ausgesprochen, nicht nur zum Geburts- und Namenstag, Neujahr, zu neuen Lebensabschnitten und am Beginn großer Vorhaben. "Eine gute Woche" oder "einen schönen Tag noch" sind häufig verwendete Formeln im Alltag. 

Angehörigen bestimmter Berufsgruppen - wie Jäger, Fischer, Sportler, Schauspieler - durfte man früher kein Glück wünschen, da man Angst vor dem "Verschreien" hatte. Dagegen sollte auf Holz klopfen oder dreimaliges Ausspucken helfen. Statt des guten Wunsches sprach man "Hals- und Beinbruch" als Verwünschung aus, die sich ins Gegenteil verkehren sollte. Oder man sagte: "Unberufen toi, toi, toi!" (norddeutsch, seit dem 19. Jahrhundert belegt als lautmalerischer Ersatz für das Ausspucken). Schauspieler sollten sich für Wünsche zum Gelingen der Premiere nicht bedanken, da dies Unglück bringe. 

Auch der Zeitpunkt eines (Geburtstags-) wunsches wurde ernst genommen. Während man üblicherweise am Vorabend feiert, wäre das in Berlin als schlechte Vorbedeutung verstanden worden. Holt man einen vergessenen Glückwunsch nach, hofft man scherzhaft, das Geburtstagskind habe "noch kein Kraut gegessen".


Quellen:
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 979 f.
Wikipedia: Toi, Toi, Toi (Stand 12.4.2011)

Bild: Glückwunschkarte zum Geburtstag. Anfang 20. Jahrhundert. Gemeinfrei