Zahlen#

"Es ist schwer zu sagen, ob das Hantieren mit Zahlen zunächst eine Notwendigkeit der Alltagspraxis war, oder ob die Priester und Kultdiener als erste die Zahlen erfunden haben, um die Zeit für ihre Opferfeiern und Festriten ablesen zu können. Jedenfalls wurde das religiöse Leben wie die Alltagswelt von den Zahlen bestimmt", beginnt der Religionspädagoge Erich Betz seine Abhandlung über "Das Geheimnis der Zahlen". 

Anhänger der Zahlenmystik (Numerologie) glauben, dass Zahlen und -Kombinationen auch symbolischen Wert haben. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, zu jeder beliebigen Zahl Bemerkenswertes zu finden. Wenn alles Passende herausgegriffen und alles nicht Passende ignoriert wird, entsteht der Eindruck, dass bestimmten Zahlen eine besondere Bedeutung zukommt. Solche Vorstellungen sind im Zuge der Esoterikwelle beliebt, z.B. werden Buchstaben mit Zahlen gleichgesetzt und aus einem Namen etwas Charakteristisches über die Person herausgelesen. Der holländische Astronom Cornelis de Jager (* 1921) entlarvte in seiner Parodie „Radosophie“, die Numerologie als Pseudowissenschaft, indem er vorgab, aus den Maßen eines Fahrrads physikalische und astronomische Konstanten errechnen zu können.

Die Zahlensymbolik ist seit langem in zahlreichen Kulturen und Religionen verbreitet. Bekannt sind u.a. griechische, biblische, babylonische und chinesische Zahlensymbolik. In Märchen haben die Zahlen 3, 7 und 13 magische Bedeutung, da sie den Hauptfiguren Glück oder Unglück bringen. Ähnliches findet sich in Verbindung mit Bräuchen und zauberischen Anwendungen. Höhere Zahlen oder wiederholte Ziffern stehen oft für die Gesamtheit, z.B. 72 (=6 x 12) oder 99 Fieber, die auf magische Weise geheilt werden sollen.


Quelle: 
Erich Betz: Das Geheimnis der Zahlen. Stuttgart 1990
Wikipedia Numerologie