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Bilgeri, Georg#

* 11. 10. 1873, Bregenz (Vorarlberg)

† 4. 12. 1934, Patscherkofel (bei Innsbruck, Tirol)


Offizier, Bergsteiger, Skipionier


Georg Bilgeri
Georg Bilgeri. Foto, um 1920
© Bildarchiv der ÖNB, Wien, für AEIOU

Nach dem Eintritt Italiens in den 1. Weltkrieg im Mai 1915 wurde erstmals in der Geschichte der hochalpine Bereich (Karawanken, Karnische Alpen) zum Kriegsschauplatz. Tausende Soldaten mussten 1916 eine Skiausbildung absolvieren.

Oberst Georg Bilgeri war bis 1918 maßgeblich an dieser Ski- und Alpinausbildung der Armee beteiligt. Er forcierte aus wehrtechnischen Gründen die Schilauftechnik mit zwei Schistöcken, weil sie dem Soldaten größerer Bewegungsfreigeit gab.


Er überwand den bestehenden Gegensatz zwischen "Lilienfelder" (Zdarskys Einstocktechnik) und "Norweger" Skifahrtechnik (Christiania, Telemark) und verhalf der Zweistocktechnik und der Stemmfahrweise zum Durchbruch.

Er entwickelte und verbesserte auch die Schi- und Alpinausrüstung: seine Erfindungen reichten von der Bilgeri-Schibindung, dem Bilgeri-Stiefel, der Bilgeri-Brille über den Rucksack und die Schier bis zu Spannfellen, Harscheisen und Schiwachs etc.


Nach dem Weltkrieg war Bilgeri als Skipädagoge im In- und Ausland (Schweden, Schweiz, Türkei) tätig: während der 1920er und 1930er Jahre unterwies er die türkische und die ungarische Armee im Schilauf, in den Alpen brachte er angeblich ca. 30.000 Touristen das Schifahren bei.


Er erhielt zahlreiche internationale Ehrungen, so wurde ihm - als erstem Ausländer - die goldene Medaille für Schilauf der Schweden verliehen.


Oberst Regierungsrat Georg Bilgeri starb 1934 am Patscherkofel während eines Skikurses. Er ruht in einem Ehrengrab der Landeshauptstadt Bregenz.


--> Oberst Georg Bilgeri beim Telemark (Historische Bilder)

Werke (Auswahl)#

  • Der alpine Skilauf, 1910

Literatur#

  • 100 Jahre Skilauf in Vorarlberg, 1986
  • G. Kirnbauer, G. Bilgeri (1873-1934). Persönlichkeit - Berufsoffizier - Skipionier, Dissertation, Wien 1997

Quellen#



Redaktion: I. Schinnerl